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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 341

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 341 (sequence 345)
Language
German
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IRI
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341 Summe der Zuschläge wurde auf jeden Kontributionsgulden gleichmäßig verteilt. Die Ausfälle in einer größeren Gemeinde wurden auf die Kontribuenten der Gemeinde, dagegen die Ausfälle in den Dörfern, wo nur wenige Juden wohnten, wurden auf die Kontribuenten des Kreises aufgeteilt. Kolin als große Gemeinde sollte daher nicht allein die eigenen Zuschläge, sondern auch entsprechend der Kontributionsquote noch ein Drittel der Kreiszuschläge aufbringen. Der Koliner Vorstand bemühte sich, daß die eigenen Abgänge, wie bei den kleineren Ortschaften, zu aen Kreisabgängen zugeschlagen werden sollten, was aber rundwegs abgelehnt wurde. Als dann die Gemeinde die Kreiszuschläge für 1706 in der Höhe von 584 fl. zahlen sollte, erklärte der Vorstand in einer Eingabe, diese Summe nicht aufbringen zu können und ersuchte um Befreiung von den Kreiszuschlägen. Dieses Gesuch rief bei allen Behörden großen Unwillen hervor. Die Judenkommission hatte schon vorher die Landesjudenschaft auf diese Absicht der Koliner Juden aufmerksam gemacht mit dem Bemerken, daß „dieses Beginnen mit ruhigem Auge nicht angesehen werden kann."39) Die Landesjudenschaft wurde beauftragt, in der Angelegenheit der Zuschläge eine Untersuchung durchzuführen und Bericht zu erstatten. Ein ausführliches Protokoll über die Verhandlungen zwischen dem Kreisdeputierten Simon Wolf und den Ältesten Rafael Blattau und Löbl Herseh ergibt folgendes: Die Koliner Judenschaft hatte die Zahlung der Kreiszuschläge abgelehnt, weil der Stand der Kontribuenten niemals so schlecht gewesen sei und niemals solche Abgänge sich ergeben hätten wie jetzt. Der Zuwachs an Kontribuenten sei gegenüber den Ausfällen gering. Einem Plus von 59 fl. stünde ein Minus von 757 fl. 45 kr. im laufenden Jahr gegenüber. Ein etwas verzerrtes Bild der Koliner Gemeindeverhältnisse zeigt der Bericht des Kreishauptmannes Simon W o 1 f,40) ebenso wie das Gutachten der Landesjudenschaft Die Kontributionsverfassung sei so eingerichtet, daß auf alle Verhältnisse einer Gemeinde Bedacht genommen werde. Unter den Kreisanlegern sei in der Regel ein Koliner, an der Kreis-Revidierung und Feststellung der Abgänge habe der Primator Saudek selbst teilgenommen, wie seine Unterschrift bezeugt, von einer Benachteiligung könne daher nicht gesprochen werden. Aber bei der Kontributionseinteilung in Kolin sei die schwere Bürde auf die mittleren und geringeren Kontribuenten gelegt, während die Ältesten und Reichen zu wenig besteuert seien. Der Primator Saudek zahle 400 fl und könnte „vermög seiner starken Negoty" das Doppelte bezahlen. Der Älteste Samuel Riffkes41) sollte um 100 fl. mehr bezahlen; Rafael Blattau hält sich auf Kosten der Gemeinde oft unnötiger Weise in Prag auf, er

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