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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 322

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 322 (sequence 326)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644301--0327-2644668
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322 Schaffung derer Juden der Preis deren Waren zu Prag wirklich gestiegen seie, einholen und allerhöchst Deroselben den alleruntertänigsten Bericht, ob einige jüdische Familien und in was für einer Anzahl außer Prag beibehalten und wie hoch selbte in contribuendo beleget, dann auf was Weise die übrigen außer Landes gebracht werden könnten, erstatten solle, dannenhero habe auch diesem allerhöchsten Befehl nachzuleben und Euer kaiser königlichen Majestät die genuine Beschaffenheit pur allein nach der mir obliegenden Pflicht und Schuldigkeit, mithin ohne dem mindesten Vorurteil hiemit in Untertänigkeit zu eröffnen nicht ermangeln sollen: Wasmaßen zwar nicht ohne, daß vorhin ein und anderen Pragerischen Handelsleuten und Professionisten durch die Judenschaft eine Verkürzung in ihrer Nahrung möge sein verursacht worden. Es ist aber auch mit denen oballegierten Originaluntersuchungs-Protocollis erwiesen worden, daß diese Beeinträchtigung einen gar geringen Teil der Bürgerschaft betreffe und daß dargegen die mehriste Prager Inwohnere und Professionisten die Zurückkunft deren Juden nachhei Prag sehr sehnlich wünschen, indeme es jedermann und außer denen Handelsleuten fast das ganze Königreich Böheimb contestieret, daß nach Abschaffung der Judenschaft die Waren insgesamt am Preis um ein Namhaftes gestiegen und bei allem deme die Prager Kaufleute blos allein nur Kramere zu nennen und keineswegs imstande wären, ein rechtschaffenes Negotium zu treiben, vielweniger aber eine Fabrique unterhalten zu können. Woraus dann weiter erhellet, daß deren Handelsleuten und Professionisten Beschwerde ganz und gar nicht fundiert, folgsamb umbsoweniger zu attendieren seie, als mittels eines anderwärtigen in materia commerciorum erstattenden Berichts bezeugen werde, daß ein Commercium einen großen Verlag erfordere, dieser aber die Kräften deren Prager Handelsleuten umb ein Weites übersteigen und also an denen Waren sich gar bald ein Abgang äußern, dann andurch dem Publico der größte Schaden und Nachteil erwachsen würde, welches doch zur Zeit, als die Juden noch zu Prag gewesen, niemalen geschehen und jedermann mit denen Waren und anderen Bedürftigkeiten hinlänglich versehen worden ist. Gleichwie aber Eurer kaiser königliche Majestät den allerhöchsten Entschluß gefasset und selbsten auch mir mündlich allergnädigst zu vernehmen gegeben, als ob zu Retablierung der Judenschaft in Prag keine Hoffnung mehr übrig und solchemnach auf andere Wege und Mittel fürzudenken nötig wäre, also kommete es freilich darauf an, wohin öfters gedachte Judenschaft außer Prag verleget und eingeteilt und wie der übrige Teil außer Landes hinweggebracht werden könnte. Allein

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