Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 310)
- Language
- German
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306 ausgeholfen. Wie der Ersatz für den Entgang an Steuern und Gaben zu beschaffen sei, müßten die maßgebenden Stellen erwägen. Keinesfalls sei daran zu denken, daß die übrige Bevölkerung dafür aufkommen könnte, da ihr Wohlstand durch Krieg, Mißwachs, Viehseuchen und die durch die Judenvertreibung verursachte Zerrüttung des Handels schwer gelitten habe. Mit nicht geringer Einbuße an Nutzungen müßten im Falle der Vertreibung der Landjuden auch die Grundobrigkeiten rechnen. Nach Maßgabe der gepflogenen Erhebungen, die allerdings an Genauigkeit und Vollständigkeit zu wünschen übrig lassen, würde sich dieser Verlust pro Jahr nachstehend beziffern lassen: Mietzinse ,.......... 19.260 fl. Schutzgelder.......... 21.604 „ Biernutzen........... 6.278 „ Salznutzen .......... 836 „ Pachtzinse ..........7.518 „ zusammen . . . 56.496 fl. Weiter würde der Lebensmittelkonsum auf dem Lande um............... 94.357 fl. sinken. Der Verdienstentgang der Handwerker und Tagarbeiter würde jährlich............51.127 fl. betragen. Im ganzen wäre der jährliche Verlust bei diesen Einnahmsquellen mit........... 211.683 fl. anzusetzen. In Erörterung des Punktes 2 weist die Kommission nach, daß die Gemeinde der Prager Altstadt in ihren Einnahmen jährlich um nachstehende Posten geschädigt würde: Gerichtssporteln und Honorargelder .... 5.592 fl. Mietzinse , , ,....... 10.454 „ Einnahmen aus dem Schank- und Kleingewerbe . 6.394 „ Kirchenzinsungen von ehemals christl. Häusern 119 Bier- und Branntweinnutzen...... 3.520 „ Grundwasserleitungszins und Meches .... 605 „ Nutzungen aus dem Handwerk..... 4.483 „ zusammen . . . 31.174 fl. Zum Punkte 3 bemerkt die Kommission: die fünf sogenannten Tandelmarkthäuser, welche von ihren derzeitigen christlichen Besitzern um 64.350 fl. erkauft worden sind, haben in den letzten Jahren einen durchschnittlichen Jahresertrag von 4432 fl. abgeworfen. Sie ent-