Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 300)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2644300-2644301--0301-2644642- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
296 gänzlich verzehrt hätten. Sie legten eine „Spezifikation, was die Prager jüdischen Emigranten bei ihrem Abzug zurücklassen müssen" vor. welche nachstehende interessante Angaben enthält: Grundbücherlich versicherte Schuldforderungen, Wechselforderungen, Ausstände für Waren und Effekten........ 1,000.000 fl. 360 jüdische Häuser im Werte von .... 2,300.000 , der jüdische Gemeindehof mit Waschhaus, Bad und einem fürnehmen Gebäu darinnen . . 15.000 „ Goltzisches Haus........ 8.000 „ Studierhaus mit angebautem Zimmer . . . 10.000 „ Jüdischer Friedhof, Krankenspital, jüdischer Arrest, ein Gebäude für den Begräbnisverwalter, ein Armenhaus und noch ein anderes anliegendes Haus....... 120.000 „ Kramstellen und Buden in der Judengasse, Fleischkramstellen nebst Schlachtbank, im ganzen ungefähr 260 a 250 fl..... 50.000 „ neun große Schulen oder Synagogen mit den dazu gehörigen Gebäuden, Gewölben, Kammern und Kramstellen in den fünf privilegierten Tandelmarkthäusern .... 500.000 „ jüdisches Rathaus........ 20.000 „ bisher unersetzt gebliebene Gelder, welche ihnen während der französischen Okkupation erpreßt wurden........ 200.000 „ Zusammen . ~ . 4,523.000 fl. Mit dem Hof berichte vom 8. Juli 1746 legte die Statthalterei diese drei Gesuche mit dem Bemerken vor, daß sie die Berechtigung der darin vorgebrachten Beschwerden und Bitten voll anerkennen müsse. Allein nicht nur die Altstädter Gemeinde und nicht etwa nur einige Private seien durch die Abschaffung der Juden in Mitleidenschaft gezogen, sondern das ganze Königreich müsse unwiederbringlichen Schaden erleiden. Landesprodukte wie Wolle, Federn, Pottasche, Felle und dergleichen Sachen mehr blieben in immer größerer Menge unverkäuflich, da auch die Landjuden, die bisher durch die Prager Judenschaft mit ausländischem Kredit versehen worden seien, nicht mehr die nötigen Geldmittel aufbringen können. Inzwischen steige die durch die christlichen Kaufleute verursachte Teuerung aller Lebenserfordernisse in geradezu beängstigender Weise. Die Bitte der Prager Altstadt um Schadenersatz sei durchaus berechtigt. Allein nicht minder