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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 148

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 148 (sequence 152)
Language
German
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148 breiteten die Verwalter der Alten Synagoge dem Kaiser eine Supplik um Erlaubnis zur Benützung dieser Synagoge, indem sie darauf hinwiesen, es sei dies die älteste Prager Synagoge, von Stein gebaut und mit Ziegeln gedeckt; ihr Wert übersteige die Summe von 50.000 fl.; sie sei wunderbare rweise vor dem Feuer bewahrt geblieben (loci sanctitas, temporis antiquitas); die Verwalter hoben auch hervor, die Synagoge sei von den Christenbehausungen mindestens 16 Ellen entfernt und außerdem würden die auf die Christenhäuser blickenden Fenster vermauert werden. Die Verwalter verlangten in Übereinstimmung mit dem Memorandum der Judenältesten, die alte Synagoge möge in die Sechszahl jener vom Kaiser den Juden zugestandenen Synagogen einbezogen werden. Mit Dekret der böhm. Hofkanzlei vom 4. Juni 1690 wurde den Verwaltern der alten Synagoge verboten, denselben Titel wie die Christen zu gebrauchen (die Verwalter hatten sich unterschrieben als „Kirchenväter der Prager jüdischen alten schul"; das Dekret verordnet für die Juden die Verwendung des Terminus: Synagoge). 62) Beide Reskripte wurden von den Statthaltern am 22. Juni sowohl der Judenkommission als auch den Judenältesten intimiert. Bezüglich der alten Synagoge vgl. die Anm. 51). Dd. präs. 10. Juli 1690. 54) Angeführt von den Juden in ihrem Memorandum dd. präs. 12. Mai 1690. R5) Die Juden selbst, wie aus dem Statthalterdekret an den Altstädter Hauptmann Grafen v. Guttenstein vom 10. Oktober 1690 hervorgeht, stellten den Vorfall etwas anders dar. Nach ihrer Behauptung ließ das Mitglied de* Sechsherrenamtes Allio am 6. Okt. in der Judenstadt einige Holzbauten einreißen und gebot dem jüdischen Verwalter Moses Abeles bekanntzumachen, daß am 9. Oktober sämtliche Holzbauten im Ghetto entfernt sein müssen. Trotzdem aber erschien am 7. Oktober nachmittags zwischen 4—5 Uhr, als die Juden in den Synagogen versammelt waren — es war ein Sabbat — unverhofft Allio in der Judenstadt mit dem Sekretär des Altstädter Hauptmanns und mit Zimmerleuten, welche Dächer und Dachböden demolierten, wobei auch christlicher Mob mithalf; gegen die Juden brauchte man Gewalt und warf ihnen Steine durch die Fenster. — Die Wahl des Samstags war zweifellos Berechnung; Gewalttätigkeiten von christlicher Seite, namentlich von dem beteiligten Mob, sind wohl ebenfalls schwerlich auszuschließen. 56) Die Akten über einen weiteren Vorfall erliegen in J 4/22 st.

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