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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 147

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 147 (sequence 151)
Language
German
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147 4S) Das geschah am 14. Jänner 1690. 44) Note der böhm. Kammer an die Statthalter vom 16. Jänner 1690. Nach der Aufforderung der böhm. Kanzlei lehnte die böhm. Kammer die Mitarbeit am Reduktionswerk mit der Note vom 26. Jänner ab: am gleichen Tage referierten die Statthalter der böhm. Hofkanzlei über die Passivität der Kammer. 45) Die Kommission legte ihr Elaborat am 13. Feber den Statthaltern mit dem Bemerken vor, daß sich die Vertreter der böhm. Kammer zwar zu den Verhandlungen eingefunden hätten, jedoch bloß ad audiendum. über die erwähnten Pläne, die eine sehr wichtige Quelle für das Studium des Baucharakters des Prager Ghettos in der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhundertes darstellen und deren Originale einerseits in CDK IV T 2, ad 11 ex 1690, anderseits in J 4/21 st. erhalten sind, gedenke ich demnächst im Zusammenhang mit andern etwas späteren Ghettoplänen gesondert zu handeln, da sie einer genauem Betrachtung bedürfen, als ihnen im Rahmen dieser Arbeit gewidmet werden könnte. Zum Verständnis muß hier angemerkt werden, daß die Judenkommission zwei Pläne herstellen ließ, deren erster den Ghettogrundriß samt der nächsten Umgebung nach dem Stande vor der Feuersbrunst verzeichnete, der andere aber, entworfen vom beeidigten Geometer der böhm. Kammer Andreas Bernard Klausel*, das von der Judenkommission beantragte neue, räumlich reduzierte Ghetto, dessen innere Baubedingungen ebenfalls durchgreifend geändert werden sollten, graphisch darstellte. An beiden erwähnten Plänen, die zum erstenmale den Grundriß und die Hauptgebäude des Ghettos bieten, ist die Forschung bisher achtlos vorübergegangen. In der vorbereiteten Analyse werde ich auch das Verhältnis der erwähnten Pläne zu den von V. V o j t i s e k vor einiger Zeit in der Beilage zum Kalendär cesko-zidovsky Jg. XXXI und in der Studie: Stare pläny prazske (— Alte Prager Stadtpläne) Beil. V behandelten Plänen aufzeigen. Eine Kopie des Klauserschen Planes erliegt auch im Prager Schloßarchiv. 46) Die Statthalter schrieben am 14. Feber 1690 an den Altstädter Hauptmann: ,,vor continuirung des zum theil angefangenen baues der judenhäuser" von der Brandstätte den Schutt abführen zu lassen. 47) Erst am 31. März 1690 berichtete die böhm. Kammer den Statthaltern, daß die Hofkammer ihr die Einwilligung dazu erteilt habe, sich durch Vertreter an den Verhandlungen der Judenkommission zu beteiligen. *8) Vgl. auch V. V o j t i s e k, Po ohni zidovskeho mesta prazskeho etc. S. 69. 4Ö) Die Statthalter trugen dann gleich am 21. April dem Erzbischof schriftlich das Ersuchen vor, es möge den Juden „exigente necessitate", da sie mit dem Bau ihrer Häuser nicht bis zu der Zeit fertig sein können, als ihnen das Wohnen bei Christen gestattet worden war, noch ein fernerer Aufenthalt in den Christenhäusern bewilligt werden. Der Erzbischof antwortete unmittelbar darauf am 27. April ausweichend, indem er zuvörderst zu wissen wünschte, wieviele Juden aus Prag entfernt werden würden. *°) Dd. präs. 12. Mai 1690. 51) Bezüglich der alten Synagoge legten die Judenältesten ihrem Memorandum eine notarielle Beglaubigung vom 25. April 1690 bei, daß zwischen dieser Synagoge und den Christenbehausungen beim hl. Geist ein beträchtlicher Zwischenraum liegt. Fast gleichzeitig (dd. präs. 20. Mai 1690) unter-

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