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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 144

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 144 (sequence 148)
Language
German
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144 1680), „was es für abschetiliche gebäude zur unzier und deturpation der gantzen Stadt gewesen (CDK IV T 1, 4 ex 1689). Dagegen, daß die Judenstadt lediglich von Holz und Lehm gebaut gewesen wäre, verwahrten sich die Juden sofort (in der Beilage zum Bericht der Statthalter vom 30. Aug. 1689): „so wird man aber in continenti mit dem augenschein der brandtstellen überwiesen, was für steinerne haüser und derer grundtvesten mit kellern und gewölbern gewesen." Daß in der Prager Judenstadt alles von Holz gewesen, entsprach gewiß nicht der Wahrheit. Das Bassewische sowie andere Liechtensteinhäuser waren von Stein und auch im eigentlichen Ghetto waren wenigstens die Geschäftsräume (Läden und Magazine) und natürlich auch die Keller von Stein. 10) „ietzo aber, da alles in aschen und Steinhaufen lieget, seye dieses obstaculum (d. h. die Notwendigkeit, die jüdischen Häuser auszukaufen) aus dem wege geraumet", schreibt der Altstädter Rat an Kaiser Leopold I. gegen Ende Juni 1689 (vgl. Anm. 9). «) Original dd. präs. 1. Juli 1689 in CDK IV T 1, 4 ex 1689, Abschrift in J 4/21. 12) „daß ein Christ nicht mehr weis, was vor einen handel oder nah-;ung anzufangen". «) Orig. dd. präs. 11. Juli 1689 in CDK IV T 1, Abschrift in J 4/21. 14) „... sondern auch in contribuendo alle Schuldigkeiten und onera fast über unser vermögen allergehorsambst praestiret, ja bishero dero erbkönigreich Böheimb mit dem fünfundviertzigsten theil sehr schwer coucuriret, sondern auch noch darüber extraordinari mit jährlichen zwölftausend gülden gestaigerter behaft gewesen, wie auch mit der türckensteuer und zweymahliger aufwerbung der mannschaft, so unsegliche tausend gekostet, uns allerschuldigst finden lassen, zu bestreitung dessen wir auf alle handel und wandel, ja auf essen und trincken einen aufschlag machen und die einkunften derselben darvon contribuiren müssen, also daß in dero k. obersteuerambt wir in allen und jeden nur etzliche tausend gülden restiren werden, wie viel tausend nun des jahrs in E. k. Maj. zohl und ungeld die hiesige Judenschaft eingebracht, das wird schier unspecificirlich seyn.u Sie wiesen auch auf ihre früheren Verdienste beim Löschen Prager Brände hin. «) Original in J 4/21 st. 16) „Allermaßen wir nun aus selbstaigener bewegnus gnädigst für guet ansehen, daß es besser und vorträglicher wäre, gedachte Pragerische Judenschaft außer der Stadt und extra moenia zu lociren und ihnen ein gewisses orth zu stift- und erbauung neuer Wohnungen und heüser einzuräumen." 17) „... nicht weniger ratione numeri familiarum — indeme wir sye Judenschaft in gewissen ausgesetzt und benandten generationen und haushaltungen aus erheblichen Ursachen verschrenckter und terminirter gnädigst wissen wollen —, wieviel deren pro nunc et in futurum zu sustiniren wären, ein verläßliches statuiret werden möchte..." 18) Es waren darin die Räte der böhmischen Kanzlei: Johann Paul Leopold Walderode von Eckhausen, Wenzel Schadner von Greifenfeld und Wilhelm Gilter von Altbach sowie der Adjunkt des Fiskalamtes Johann Heinrich Turba; die Kommission begann ihre Arbeiten am 25. Juli und forderte die älteren Akten zur jüdischen Frage aus der Registratur der böhmischen Kanzlei an (Zuschrift der böhmischen Kammer an die Hofkammer vom 30. Juli 1689).

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