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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 94

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 94 (sequence 98)
Language
German
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94 in 8°) der Pisnicka novä erliegt in J 7/63 n., wo auch die Akten über den Sturm gegen die Juden in Strakonitz zu finden sind. Die Pisnicka novä besteht aus drei Teilen; der erste: „Poslys mne vse stvofeni" (= Hör mich alle Kreatur) wurde gesungen wie „Zdräva bucT cisafovno" (= Sei gegrüßt, o Kaiserin); den zweiten Teil bildete: „Relaci aneb spräva kratickä nekteryeh skutküv bezboznych zidüv, jenz (!) se pri odchodu jejich z Vidne vynasli" (z= Relation oder ganz kurzer Bericht über einige Taten der gottlosen Juden, auf die man bei ihrem Abzug von Wien gekommen ist); der dritte Teil: „Z zalosti vadne me smutne srdce" (= Vor Leid welkt mein trauriges Herz) wurde gesungen wie das verbreitete Lied „0 Valdstajnovi" (= Wallenstein). 78) Wahrhaftige und traurige Neuigkeit, die sich in diesem 1699. Jahre und zwar am (!) Monatstag Feber zugetragen hat, wie ein Weib in einer Stadt Sulzbach nach ihrem Gatten mit drei Kindern verwaist ist und dem Teufel ihre Seele gegeben hat, weil ihr die Juden den Mann erschlagen und dem Sohn den Hals abgeschnitten haben und sie selbst sich erhängt hat, was ein jeder aus dem Liedchen wird besser verstehen können. — Ein Exemplar diese Liedes (8 Seiten in 8°, auf der Rückseite ein Holzschnitt), gedruckt i. J. 1699, ist gleichfalls in J 7/63 n.; man sang es wie „Bychom sobe spommali" (= Damit wir uns erinnern). 77) 26. Juni 1699 in J 7/63 n.; die gedruckte Erklärung der Sulzbacher Regierung, die besagt, daß das ganze Lied „falsch, erdichtet und in summa eine unverantwortliche Unwahrheit" sei, trägt, das Datum 3. Juni 1699. 78) Der Richter schreibt wörtlich (tschech.): „auch ein großes auf Leinwand mit den Farben dieser Figuren bemaltes Bild hatten sie publice aufgehängt und zeigten es den Leuten vor." 79) „Zumahlen derley unthaten öfters von denen Juden vorgenohmen. mithin gar leicht vor wahr geglaubet werden." Öpacek redete sich nach Aussage des Druckers Peter folgendermaßen aus: „er habe zwar von mii (= dem Drucker Peter) auf vorgehende censur von denen zu Zell wegen großer dieberey justificirten Juden gedrucktes lied auf denen Jahrmärkten herumgetragen und von einen anderen herumbvagirenden gesanghandler gegen vertauschung meiner wegen der Zellischen execution gedruckter und anderer lieder von der Sultzbachischen mordthat eingehandelt." 80) Dekret in alle Kreise vom 11. August 1699 in J 7/63 n.

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