Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 39)
- Language
- German
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34 kanntiich waren Bergamasker und Deutsche häufig Gegenstand der Verspottung —) aus den 1569 erschienenen Vilotten Azzaiolos. In AdrianoBanehieris„BarcadiVenetia"(1605) werden zwei komische „Entrelocutori di foarea" Bethel und Samuel Hebrei eingeführt, in den dreistimmigen Canzonetten desselben Komponisten findet sich eine „Mascherata di Hebrei" und wieder Banchieri, der scheinbar für das Jüdische besondere Vorliebe hat, bringt in einer 1621 erschienenen „Pazzia senile" einen Spottgesang: „Sinagoga di Hebrei: Tic tac tiekt, mit weichem, ähnlich wie in dem Kauderwelsch des Amfiparnasso der judische Tempelgesang nachgeäfft werden soll. Solcher musikalischer Judenkarikaturen gibt es in der Vokalliteratur der Renaissance eine große Anzahl. Sie sind immer maßvoll und betonen mehr das Komische; sind jedoch nie so gehässig, wie die deutschen Judensatyren. Wichtiger als dies erscheint es jedoch, wie bereits erwähnt, auf die Tatsache aufmerksam zu machen, daß sich die Juden auch am Musikleben dieser Zeit aktiv beteiligten. Es ist diese Frage aber noch nicht genügend geklärt und es ist mehr als wahrscheinlich, daß es den jadischen Geschichtsschreibern gelingen wird, in dieses Dunkel Licht zu bringen . Während sich von einigen jüdischen Musikern nicht mehr als die Namen erhalten haben, wie etwa von Jacopo Sansecondo und Giovanni Maria, welche Beide am Hofe des Papstes Leo X. wirkten und von welchen der erstere nach einem Bericht Modell zum Rafaelschen Apollo vom Parnaß, der zweite zum Violinspieler des Sebastiaho del Piombo stand, kennen wir von den Anderen neben Namen auch Werke, ohne daß jedoch diese in entsprechender Weise von der Forschung beachtet worden wären. — Allegro Porto widmete 1625 einen Band Madrigale dem Kaiser Ferdinand H. und hatte schon vorher, 1619, eine dem berühmten Werke von Caecini nächbenannte Madrigalsammiung: „Nuove musiche" einem Grafen Porzia, Kammerherrn des Kurfürsten von Bayern, verehrt. Während nun jüdische Musiker in ganz Italien verstreut gewesen zu sein scheinen, war es vor allem der Hof der Gonzaga in Man tu a, der eine bemerkenswerte Vorliebe für jüdische Musiker hatte. Dort waren der Harfenspieler Abramo dalT Arpa Ebreo und sein Neffe Abramino dalT Arpa Schauspieler und Musiker. Jacchino Massarano war Lautenspieler, Sopranist und Ballettmeister, der zu Mantua und Ferrara Hoffeste arrangierte. In Mantuanischen Diensten stand auch der jüdische Musiker David da Civita, von dem die Berliner Staatsbibliothek die Stimmen eines dreistimmigen Madrigalwerkes verwahrt. Von allen Mantuaner Musikern ist jedoch der bedeutendste Salomone Rossi, der von 1587—1630 sich ä!m Hofe der Gonzaga nach-