Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 35)
- Language
- German
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30 in Prag* und in Halle und in Böhmen." Die Reihe „Prag, Halle, Böhmen" wäre sonderbar genug. 62) Für die Annahme eines späteren Zusatzes spricht die Erwägung, daß Salomo nur von Verfolgungen in einzelnen Orten, nicht in Ländern, spricht, und daß von jüdischen Niederlassungen in Böhmen außer Prag nur eine Spur einer solchen in Leitmeritz (zur Zeit des ersten Kreuzzuges) zu finden ist. 63) Das ist schon von Aronius (Regesten p. 93 nr. 200) bemerkt worden „man könnte an Prag denken, wenn nicht L (= Handschrift von 1453, jetzt in London) Prag neben dieser Stadt aufführte." Dieses Bedenken ist jetzt durch die Erklärung der Stelle „ubepraga ubeweschel ubebeheim" beseitigt. e4) Es liegt auf der Hand, daß auch Bischof Cosmas von Prag, der die Kreuzfahrer von Gewalttätigkeiten gegen die Juden vergeblich abzuhalten suchte, an den Herzog eine Meldung erstattet hat. Das steht auch bei Dubravius, hist. Boiemiae (ed. Basileae 1575, p. 79), wo außerdem noch angegeben ist, daß der Herzog für die Zeit seiner Abwesenheit dem Bischof die Verwaltung Böhmens übertragen hatte. 65) S. die Erzählung von Cosmas (Üb. III, cap. 1) über die von Bfetislav angeordnete Austreibung der Zauberer und Wahrsager, und sein Verbot heidnischer Volksbräuche. •») Cosmas lib. III, cap. 5 (ad 1098). 67) Für die Plünderung in Prag spricht der Schluß per analogiam. Es sind dieselben Kreuzfahrer, von denen ein wohlwollender Zeitgenosse sagte, daß sie in Ungarn „facultatum suarum abundantia" die Habsucht dieser „Halb-Barbaren" gereizt hätten (Ekkehard, in Monum. Germ. Script. 6, 208). In Wirklichkeit haben die Scharen Folchers und Gottschalks in Ungarn geplündert und geraubt, und sie sind deshalb von der erbitterten Bevölkerung, die einen in Neutra die anderen in Wieselburg, angegriffen und vernichtet worden. 68) Cosmas a. a. O. ••) s. S. 17. 70) Tykocinski (s. S. 8) hat mit Recht gegen „fünfhundert junge Männer" eingewendet, daß hier ein Fehler eines Kopisten oder eine Übertreibung vorliegt. Durch die von mir vorgeschlagene Korrektur wird dieser Einwand beseitigt. Ob einer der Kopisten die Änderung („junge Männer" statt „Männer") vorgenommen oder ob Salomo im Jahre 1140 eine solche Information aus „Schel" erhalten hat, läßt sich nicht sagen. 71) Vgl. die Ausführungen von Caro (Soc. und Wirtschaftsgesch. d. Juden) 1, 177—178. Zu den von ihm angeführten Quellen kommt noch hinzu eine Stelle in dem Werke des Isak Or Sarua (13. Jahrh.), daß die Juden in Böhmen am Vorabend des Sabbats Schwert und Schild tragen, um die Stadt zu bewachen. (Vgl. Wellesz in der „Monatsschrift" 48, 454 und Tykocinski in Germania Judaica p. 42 N. 56). 72) Vgl. meine Schrift „Einwanderung der Juden in Böhmen" p. 41—42. 73) vgl. S. 8, 22. **) „Quellen" 2, 94. ") Vgl. S. 2.