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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 26

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 26 (sequence 31)
Language
German
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26 tum abgefallen waren, sondern) weil sie mit ihren Schätzen heimlich das Land verlassen wollten. 8) Fontes rer. Bohem. 3, 182 (ed. Jireßek). Im gleichen Bande steht auch eine alte deutsche Übersetzung, ebenfalls in Reimen, und eine deutsche Übersetzung in gewöhnlicher Sprache („Pehemische Chronica"). 9) Wostry „Die selige Zdislawa von Gabel" („Deutsch-Gabel in tausendjähriger Vergangenheit" 1926, p. 21) bemerkt zu dieser Stelle der Reimchronik „es liegt kein Grund vor, diese Nachricht anzuzweifeln." 10) Die Reimchronik spricht nur von deutschen Kreuzfahrern, wie aus dem Schlüsse des Kapitels 86 hervorgeht. 1A) Dubnow (Weltgeschichte des jüdischen Volkes, ins Deutsche übersetzt von Steinberg, 1927) 5, 179: „als irreguläre Kreuzfahrer-Banden den Versuch machten, die jüdischen Gemeinden (in Böhmen) zu überfallen, trat ihnen König Wenzel (1235—53) mit aller Entschiedenheit entgegen. Während eines dieser Überfälle ließ er unter die Juden Waffen verteilen, worauf sie den Mordbuben einen gehörigen Denkzettel gaben." Von solchen Schritten Wenzels findet sich in keiner Quelle etwas, und Dubnow hätte besser getan, seine Vorlage (Stein, Geschichte der Juden in Böhmen, 1904, p. 10) die wenigstens den Inhalt von Kapitel 86 der Reimchronik getreu wiedergibt, nicht zu überbieten. 12) Vgl. Röhricht, Beiträge zur Geschichte der Kreuzzüge, 2. Band (1878), ein gründliches Werk, das alle Quellen-Nachweise über „Deutsche Pilger- und Kreuzfahrten nach dem heiligen Lande von 700 bis 1300" enthält. Ein Punkt sei hier noch erwähnt: in den „Regesten zur Geschichte der Juden im deutschen Reiche" von Aronius wird auf Seite 114 zu nr. 249 angegeben „1147. In Böhmen wurden beim Durchzug der Kreuzfahrer hundert und fünfzig Juden getötet." Aronius beruft sich auf Stellen bei Graetz (Geschichte der Juden, 62, 168 und 401, N. 1), bemerkt jedoch, daß sonst darüber nichts bekannt sei. Das ist vollkommen zutreffend, in den Quellen ist von einem Durchzug fremder Kreuzfahrer durch Böhmen im Jahre 1147 nichts zu finden. Wie Graetz zu seiner Behauptung gekommen ist, und wie es sich mit der Judenverfolgung verhält, werde ich anderer Stelle zeigen. 13) Das hat schon Dworsky (in dem von ihm und Gottlieb Bondy herausgegebenen Werke „Zur Geschichte der Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien von 906 bis 1620" 1906) angedeutet. Er hat (1, pag. 6) die Erzählung der Reimchronik unmittelbar an die Cosmas-Stelle von 1096 angeschlossen, und zwar mit den Worten „in derselben Zeit wollten die nach Böhmen gekommenen Kreuzfahrer von den Juden Geld erpressen usw.", so daß man glauben könnte, daß auch die Reimchronik das Jahr 1096 nennt. Dvorsky hat seine Ansicht nicht mit einem Worte begründet, und sie hat keine Beachtung gefunden. 14) Alle die Reimchronik und ihren Verfasser betreffenden Fragen sind in ausführlicher Darstellung behandelt von Jakubec (Dejiny literatury ceske, l2, 106—119), hier ist auch die gesamte Literatur verzeichnet. Eine kurze Übersicht in deutscher Sprache bietet Jakubec-Noväk („Die ßechische Literatur der Gegenwart" p. 14—16 in „Die Literaturen des Ostens in Einzeldarstellungen"). «) A. a. O. p. 136—137 (cap. LXV). *•) Lib. III. cap. 49. 17) A. a. O. p. 133 (cap. LXIV).

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