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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 25

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 25 (sequence 30)
Language
German
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25 Anmerkungen. *) Hauptquellen für die Geschichte der Judenverfolgungen während des ersten Kreuzzuges sind die Berichte des Salomo bar Simeon, Elieser bar Nathan und des Mainzer Anonymus, im hebräischen Texte und in deutscher Übersetzung herausgegeben von Neubauer und Stern in den „Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland" (2. Band, 1892). Die gesamten Quellen und die Literatur sind fortlaufend verzeichnet bei Hagenmeyer, Chronologie de la premiere croisade (1902). Von darstellenden Werken sind zwei zu nennen: Sybel, Geschichte des ersten Kreuzzuges (2. Auflage 1881) und Röhricht, Geschichte des ersten Kreuzzuges (1901). 2) Bericht des Salomo bar Simeon a. a. 0. p. 28 137, wonach alle Mitglieder der Regensburger Gemeinde sich der Taufe unterwarfen „da sie den Feinden nicht widerstehen konnten, und auch diese zu ihrer Tödtung nicht einwilligten." Sie hätten also nicht ein einziges Opfer zu beklagen gehabt. Aber die Angabe Salomo's wird man nicht buchstäblich nehmen dürfen. Auch in Regensburg werden einzelne Juden (wie überall) den Tod gefunden haben, auf sie könnte die Eintragung im Martyrologium des Nürnberger Memorbuches (herausgegeben von Salfeld in den „Quellen etc." 3. Band p. 22 151) bezogen werden. Das Datum „25. Jjar paßt zum Jahre 1096. 3) Ekkehard, chron. universale (in Monum. Germ. Script. 6, 208) „aliique ad 12000 per Saxoniam atque Boemiam a quodam presbytero Folcmaro, itemque nonnulli a Gotescalco presbytero per orientalem Franciam ducti sunt." Ob die beiden Abteilungen sich in Böhmen vereinigten, wie Novotny (Ceske dejiny 1 b 376) annimmt, ist ganz unsicher. 4) Martyrologium des Nürnberger Memorbuches (a. a. O. p. 22 151) "Die Märtyrer von Prag am Schebuoth-Feste", das entspricht im Jahre 1096 dem 30. und 31. Mai. 5) Lib. III., cap. 4. Die verschiedenen Ausgaben der Chronik sind in der letzten von Bretholz aufgezählt (Monum. Germ. Script, nova series II, p. LXXXV—VI). 6) Vgl. meine Schrift „Die Einwanderung der Juden in Böhmen" (in „Die Juden von Prag" Festgabe der Loge „Praga", Prag 1927) p. 7. Cosmas sagt zwar, daß der Bischof in gerechtem Eifer („zelo iusticie ductus") die Zwangstaufe der Juden verurteilt habe, aber man wird diesen Worten kein Gewicht beilegen dürfen. In Wirklichkeit war Cosmas mit dem Verhalten der Kreuzfahrer einverstanden, das zeigt seine Bemerkung, daß sie mit Erlaubnis Gottes (permittente deo) auf die Juden losgingen. 7) Es ist bemerkenswert, daß die (geistlichen) Verfasser der Hradisch- Opatowitzer und Prager Annalen von Cosmas nur die eine Nachricht über die Taufe der Juden, aber nicht die andere vom Abfall der Getauften übernahmen (Fontes rer. Bohem. 2,378.391 ad 1096). Wie der Judenhaß manchem Geistlichen den Kopf verdrehte, zeigt eine Notiz in den Annalen des Heinrich von Heimburg (geschrieben in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts) „(1096). Judei coacti sunt a duce, ut baptisentur. qui vero apostataverunt, omnes spoliati sunt" (Ebd. 3, 310). Das ist ein plumper Versuch, die geschichtliche Wahrheit zu korrigieren. Cosmas, den Heimburg ausschreibt, sagt (lib. 3 cap. 5) mit aller Deutlichkeit, daß die Juden von Prag auf Befehl des Herzogs Bfetislav ausgeplündert wurden, (nicht weil sie vom Christen-

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