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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 13

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 13 (sequence 18)
Language
German
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13 geben hat, d. h. es kann eine ganze Reihe von Abschriften gewesen sein, die derart zusammenhängen, daß jeweils die eine Abschrift die Vorlage für die nächste gewesen ist. Je länger diese Reihe war, je mehr Abschriften von dem Originalbericht von 1140 zu unserer Handschrift von 1453 führten, desto größer war die Gefahr, daß Fehler in den ursprünglichen Text sich einschlichen. Einfache Schreibfehler, die ein Kopist aus Unachtsamkeit sich zu Schulden kommen ließ, Lesefehler, wenn er seine Vorlage falsch gelesen hatte, und wenn der nächste einen solchen Fehler entdeckte und ihn zu verbessern suchte, konnte es geschehen, daß er noch weiter von dem ursprünglichen Text sich entfernte. Wir haben nur die einzige fehlerhafte Abschrift von 1453, da ist die Vermutung, daß auch die angeblichen Ortsnamen „W eschel" und „S che 1" auf Kopistenfehler zurückgehen, d. h. daß sie im ursprünglichen Text gar nicht standen, nicht auszuschließen. Diese Vermutung wird durch eine hebräische Schrift des 13. Jahrhunderts bestätigt. Es ist das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches, das Salfeld im 3. Band der „Quellen zur Geschichte der Juden in Deutschland" herausgegeben hat. Der erste Teil dieses Martyrologiums, ein Verzeichnis der Blutzeugen, die in ri<^n Verfolgungen seit den Kreuzzügen bis zum Ende des 13. Jahrhunderts für ihren jüdischen Glauben das Leben verloren haben, ist von Isak ben Samuel in Nürnberg in den Jahren 1296—98 geschrieben worden.58) Er hat dafür verschiedene Quellen benützt, darunter auch den Bericht Salomos über die Verfolgung von 1096.69) Und da zeigt sich, daß das Verzeichnis Isaks die Märtyrer von Trier und Metz erwähnt, die von Regensburg und Prag60) — aber die von „Weschel" und „Schel" fehlen. Es wäre unsinnig anzunehmen, daß Isak willkürlich gerade diese beiden Namen ausgelassen hätte. Es gibt einen einfachen, einleuchtenden Grund, weshalb er „Weschel" und „Schel" in sein Martyrologium nicht aufgenommen hat: weil er von ihnen gar nichts wüßte, weil sie in seiner Vorlage nicht standen. Das heißt soviel: das Exemplar des Berichtes Salom o's, das Isak benützte, hat diese Namen nicht enthalten. Wir sehen also, daß es im 13. Jahrhunderte, als Isak ben Samuel sein Martyrologium zusammenstellte, Abschriften des Berichtes Salomo's gegeben hat, ohne „Weschel" und ohne „Schel.* Aber die Abschrift von 1453, die in Treviso geschrieben worden ist, die einzige die uns noch erhalten ist, hat beide Worte. Das läßt sich am einfachsten damit erklären, daß der Wortlaut unseres Berichtes auf dem Wege von den älteren Abschriften (eine von ihnen hatte Isak ben Samuel benützt) bis zu den jüngeren (zu diesen gehört das Exemplar von 1453) Veränderungen erlitten hat. „Weschel" und „Schel" der jüngeren

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