Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 16)
- Language
- German
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11 und in Einer Jahreszeit, denn jenes ganze reine Geschlecht hatte Gott sich zum Anteil auserkoren, um mittels desselben die ihm nachfolgenden Geschlechter zu beglükken. So möge es denn vor dem hocherhabenen Gotfce wolgefällig sein, den nachfolgenden Kindern den Thatenlohn der früheren zu vergelten, daß ihre Unschuld, Gerechtigkeit und fromme Ergebung uns auf ewig beistehe, daß er die Erlösung uns bringe, und uns über den Tod hinaus ins Land des Lebens geleite." Die Worte „und in Weschel und in Böhmen", die in Klammern stehen sind nach Ansicht Breßlau's51) ein späterer Zusatz, d. h. in der Vorlage, die Salomo benützt hatte, standen sie nicht. Wir können uns dieser Ansicht anschließen,52) und nun zeigt sich folgendes: die gemeinsame Quelle, aus der die Berichte Elieser's und Salomo's geschöpft haben, die Kölnische Aufzeichnung enthielt einen kurzen Hinweis auf die Verfolgungen in Trier, Metz, Regensburg und Prag. Damit schloß diese Aufzeichnung und damit schließt auch der Bericht Eliesers. Aber das genügte Salomo nicht. Er erzählt noch, mit begreiflicher Befriedigung, wie übel es den Kreuzfahrerscharen, die soviel Unheil den Juden gebracht hatten, in Ungarn erging53) — und was für uns noch wichtiger ist: Salomo hat dasjenige, was seine Vorlage nur andeutete, auf Grund weiterer Informationen, schriftlicher oder mündlicher, ausgeführt. Unmittelbar an die oben mitgeteilte Stelle schließt er mit den Worten „es wurde mir erzählt, was sich in T r i e r ereignete" eine Schilderung der Judenverfolgung in dieser Stadt an; dann folgt mit den Übergangsworten „nun will ich von jenen in M e t z erzälen", eine kurze Mitteilung über die dortigen Ereignisse; ihr folgt, ohne jeden Übergang, eine Stelle über die Verfolgung in Regensburg, d. h. über die Zwangstaufe der Juden, und ebenso ohne jeden Übergang die Erzählung der Vorgänge in der Stadt „Sehe 1." Die Kölnische Aufzeichnung und der Bericht Eliesers wissen von den Judenverfolgungen in Trier, Metz, Regensburg und Prag nur, daß sie stattgefunden haben, nichts mehr. Diese Lücke ergänzt der Bericht Salomo's, er erzählt genau in der Reihenfolge, wie die Städte in der erwähnten Aufzeichnung genannt sind, die Vorgänge in Trier, Metz, Regensburg — nur daß statt Pragdiemysteriöse Stadt „S che 1" erscheint. sie als heilig und rein befunden wurden, sich zu Gott zu erheben." Dann folgt eine allegorische Schilderung des Lebens dieser Frommen im Jenseits, die mit dem Satze schließt „ihr Verdienst stehe uns bei auf immerdar, damit die Zeit der Erlösung nahe, bald und in nächster Zeit. Amen. So sei Gottes Wille."