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Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik · 1929-01-01 · 1 (1929) · p. Seite 8

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Journal
Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
Volume
1 (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 8 (sequence 13)
Language
German
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IRI
…/2644300-2644301--0014-2644355
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8 Flusse Solawa" führe. Das sei die Stadt Halle an der Saale, uud damit sei „Sole" in den genannten hebräischen Quellen des 12. und 13. Jahrhundertes erklärt. Und da die Schreibweise „Sole" im hebräischen sich durch die süddeutsche Aussprache, da das gedehnte „a" in der Richtung nach „o" ausgesprochen werde, erkläre, müsse „Sole" in älterer Zeit „Sala" gelautet haben, und dann sei es wahrscheinlich, daß auch die Stadt „Sala" im Berichte Salomos keine andere als Halle sei. Dann sucht Tykocinski auf Grund dieses Ergebnisses ( Sala — Halle) die einzelnen Angaben im Berichte Salomos zu erklären. Er findet, daß die Erzählung recht farblos sei, denn es sei weder ein genaueres Datum angegeben, noch irgend ein Name der Kreuzzugsführer und der Mitglieder der Gemeinde genannt, auch der Landesfürst, dem die Juden ihre Rettung verdankten, werde nur „ihr Herr" genannt, ohne nähere Bezeichnung. Es sei sicher, daß Salomo für diesen Teil seines Berichtes keine schriftlichen Unterlagen gehabt habe, und daß die Ereignisse in der Stadt „Sala", die wir uns ganz weit vom Rheine, dem Wohnsitz Salomos zu denken hätten, auf dem weiten Wege bis zum Berichterstatter eine phantastische Auschmückung erfahren hätten. Die Beteiligung von fünfhundert jüdischen Kriegern am Kampfe sei, wenn nicht ein Abschreibefehler, eine arge Übertreibung. Aber an dem Kern der Erzählung, dem Bestehen einer größeren38) jüdischen Gemeinde in „Sala" und ihrer Rettung sei nicht zu zweifeln. Der Fürst, der den Juden Hilfe sandte, sei wahrscheinlich der Erzbischof von Magdeburg gewesen, dessen Hoheit Halle unterstand, und der wahrscheinlich schon damals die Gerichtsbarkeit über die Juden besessen habe. Die Stadt, wohin die geretteten Juden geleitet wurden, dürfte Merseburg gewesen sein, das unweit Halle am anderen Ufer der Saale liegt. Das sind die Argumente Tykocinskis. Man kann ihm37) darin beistimmen, daß unter (-Sole) in dem Schreiben des Chiskija aller Wahrscheinlichkeit nach Halle an der Saale gemeint ist. Aber es ist ganz unsicher, ob das gleiche Wort in dem Bericht des Ephraim ebenfalls „Sole" zu lesen ist und ebenfalls Halle bedeutet.38) Und es ist mehr als unsicher, d. h. höchst unwahrscheinlich, daß fc»^52? („Schel") im Bericht Salomos auf Halle bezogen werden kann. Schon die Voraussetzung, von der Tykocinski ausgeht, daß die Ereignisse in dieser Stadt (nämlich die Ereignisse von 1096) auf dem weiten Wege bis zum Berichterstatter phantastisch ausgeschmückt worden seien, wird schwerlich zutreffen. Wir werden vielmehr annehmen können, daß Salomo ebenso wie über Metz und Trier, auch über Regensburg und „Schel" Informationen sich verschafft hat, schriftliche oder mündliche

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