Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Journal
- Jahrbuch der Gesellschaft für Geschichte der Juden in der Čechoslovakischen Republik
- Volume
- 1 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2644300-2644301--0013-2644354- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7 schrift gemeint hat, läßt sich nicht sagen. Noch ärger steht es mit der Deutung des Wortes {<^t£?, es soll der Name einer Stadt sein, aber einen solchen Namen hatte niemand bisher gehört. Dem Herausgeber des hebräischen Textes (Stern) erschien das Wort auffallend, und er machte in üblicher Weise durch eine Note aufmerksam, daß das Wort wirklich in der Handschrift stehe;26) der Übersetzer (Baer) bemerkte, welcher Ort gemeint sei, lasse sich nicht sicher bestimmen;27) und auch Breßlau, ein hervorragender Kenner der mittelalterlichen Geschichte, konnte den Namen nicht erklären und sprach von einer „rätselhaften Stadt."28) Die Schwierigkeit ist noch dadurch vergrößert worden, daß im Berichte Salomos an einer anderen Stelle anscheinend derselbe Name in veränderter Gestalt erscheint. „Und wie die Feinde ihres Herzens Tücken" lautet die Stelle „an diesen Gemeinden, wie wir erzählt haben, ausgeführt haben, so haben sie auch in anderen Gemeinden gehandelt: in der Stadt Trier, in Metz, in Regensburg, in Prag und in und in Böhmen."29) kann Weschel, Wesel, Weschal, Wesal usw. sein. Baer setzte beide Worte unc1 einander gleich,30) d. h. es wäre derselbe Ort, der einmal mit dem einen, die anderen Male mit dem andern Namen bezeichnet sei. Das eine Wort, nämlich glaubte Salfeld erklären zu können: es sei Wessel zu lesen, und das sei das das böhmische Wesseli.31) Diese Erklärung muß jedoch abgelehnt werden. Ein böhmischer Ort Wesseli ist weder für das XI. noch das für das XII. Jahrhundert nachzuweisen,32) Veseli an der Luznica, das allein in Betracht kommen könnte, wird zum erstenmal 1259 genannt.33) Ob damals auch nur Ein Jude dort ansässig gewesen ist, ist unbekannt, umso weniger dürfen wir annehmen, daß es im Jahre 1096 dort eine ganze Gemeinde gegeben hat.34) Zu einem ganz anderen Ergebnis als Salfeld ist Tykocinski35) gelangt. Er nahm als Ausgangspunkt seiner Untersuchung das Wort tf^E? es sei „Sala" zu lesen. Die zweite Form sei in ^jr; zu verbessern, und darunter sei ebenfalls „Sala" zu verstehen. Es sei ein Ort in Deutschland, da der Autor, Salomo, nur von deutschen Gemeinden spreche. Weiters werde in einer hebräischen Quelle des 12. Jahrhunderts, in dem Berichte des Ephraim bar Jacob (über die Judenverfolgungen während des zweiten Kreuzzuges) ein Ort „Sole" ( ^ID ) erwähnt, es sei ebenfalls ein Ort in Deutschland. Und ohne Zweifel dasselbe „Sole" sei in einer hebräischen Quelle des 13. Jahrhunderts (Isak Or Sarua) gemeint. Die Frage, in welcher Gegend Deutschlands „Sole" zu suchen sei, werde durch eine zweite hebräische Quelle des 13. Jahrhunderts (Schreiben des Chiskija ben Jacob an Abigedor ben Elia hakohen) beantwortet. Hier werde eine Stadt „Hai" am Flusse „Hala" genannt, die noch einen zweiten Namen „Sole am