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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1904-01-01 · 2 (1904) Heft XIV · p. Seite 90

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1904
Issue
2 (1904) Heft XIV
Date
1904-01-01
Page
Seite 90 (sequence 90)
Language
German
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90 un’ der zu b‘w"h ajn grousser choute (Sünder). zu schrajben die abberouth (Sünden) daC Cie tuen, muC ick diC mal noch laCen beruen den Cie Cajnen gar grouss on zil un’ massen wenn schon ajn tajl haben kajn ganze schu an die füssen, aCobald aC schabbotk kommt nach den essen un5 Cajn wol am tisch geCessen, da gen Cie tekef umijad (sofort) spaziren chas wescholonm (Gottbewahre!), daC einer feit gejn ajn tajtsch sefer (Buch) anriren un’ Celt Cich gedenken: ich wil vor drinnen lajnen, daC ich Col wisen warum das mir jehudim (Juden) Cajnen. oder ich wil zu den rabbi gehn zu heren ckibbur (Vortrag) Cagen, daC ich Col kennen die sidro (Schrift־ abschnitt der Woche) wol var stejn un dariber kommt daC vil vun inen nit kenen lajnen noch schrajben un/ gen nor tekef (sogleich) zu bir un; brantewajn .... drum iC das best das men inen baj zajten tut wajber geben, darmit kennen Cie behalten ir leben, wo Cie aber Celten Gotts wort wider streben un weiten welen lenger alajn blajben, da tut ir ajn grousse mizwoh (relig. Pflicht), daC ir inen tut ajn get schrajben (Abschied geben) Wenn nun aber jemand seine Wirtschafterin nicht zum Heiraten ermutigt und selbst trotz allen Geschreis der Welt ledig bleibt, weil er so eine doch nicht mehr bekommt, die so sparsam haushalt, da heisst es: zunächst ihr nicht glauben . . denn durch die gemorö (Talmud) kann es bewiCen weren, daC Cie frajen geren . . . Nachtrag zur Beil, zu S. 28 s Von diesem Morde handeln auch: 1) Wie können Bosheiten in einer grossen Stadt verhindert werden? Bey Gelegenheit des berüchtigten Judenmordes beantwortet vom Verfasser der Nahrung für alle Temperamente. Hamb., H. J. Matthiessen 1783. 0. Dr. 8° 16 S. 2) Einige Blicke in die Herzen des Lasterhaften. Bey Gelegenheit der Hinrichtung der unglücklichen Judenmörderinnen. Ein Anhang zu den Erinnerungsblättern. Hamb.. H. J. Matthiessen 1774. 0. Dr. 8° 16 S. Die gesamte Schrift ״Hamburgs deutsche Juden“ usw. (mit Ergänzungen zu Heft XII—XIV) ist soeben bei Alfr. Janssen, Hamburg, erschienen. Miscellen. Von Dr. A. Lewinsky, Hildesheim. 1. In Hildesheim wohnte (Anfang des 19. Jahrh.) neben der alten Synagoge am Lappenberge ein Ehepaar, R. Jechiel und Sara, das in Unfrieden lebte. Folgendes Duett, dessen Kenntnis ich Herrn Arnold Meyerhof hier verdanke, war s. Z. innerhalb der jüdischen Gemeinde bekannt: Sara: Oih Jechiel \ Du Schlumiehl | Den bitter’n Taud duscht I)u mir an! j Ich sali nit zenken | Du thuschst mer krenken, | Was bist Du for e raisser Mann! Jechiel: Verdemmte Zore! | Werd’ mein Kappore!

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