Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1904
- Issue
- 2 (1904) Heft XIV
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
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88 auclihw"!! die lomdetauro (Gelehrten), verschwajgen gemeine leit, die nemen fich vun Cie ajn reajoh (Beweis, Muster) ale zajt, in der nach if b:w״h kajner geschajt uh der ounesch (Strafe) vun der abhero (Sünde) reicht b‘w״h gar wajt die abhero get iber alle Cind; denn fönst ajn abhero glajch fenuth (Unzucht) oder trefouth (rituell Verbotenes) esst da hat er ajn hanooh (Vergnügen) der vun, das er an Gott vargesst. aber vun die betrübte schemuouth ro'outh (böses Schwätzen) hat der guf (Leib) kajn hano'uth (Vergnügen) .... . . durch die var melte fachen var get menchen das lachen denn es kommt ouch menich mal dar vun zänk un5 hader Schlägerei, ich hab es b‘w״h oft gefehn, Tagen mag ich es fraj. un’ wie kann vor Hsch"j b'7h (Gott) kommen unfer tefillo (Gebet) un’ geschraj. wenn kajn kawono (Andacht) iC der baj? wie folen mir kenen baj Hsch״j b״h (Gott) was ous richten, wenn mir schlecht awak oren aC ajn vogel der da flieht in lüften nu wie Col Hsch"j b"h an nemen unfer tefillo (Gebet)? mir oren nit millo bemillo (Wort für Wort), najert awek geschwint af da louft ajn hint, un’ af da get regen un’ wind, wie kann da kawono (Andacht) fajn, ir libe brider majn wenn ajner var ajn seroroh (Fürstlichkeit) feil afe tan, wie kem er ibel an! . . . .... noch mer fachen haben fich in meiner zajt var lofen. m der schul wajl die sefer touro (Tora־ rolle) if gestanden ofen, hat nur das oufrufen betrofen. einer hat gesagt: es halt an mir, der andrer hat gesagt: du lajgst das, fag ich dir. was if nu b‘w"k der vun gekommen? das durch den zanken un’ kriegen if geworen schrajen un’ brummen, denn es fajn der nach nit lang fromme lajt woren vun di Cer weit awek genommen .... un’ ir libe arebhim (Bürgen) un’ brider vernemt die wort etweder, wie es zu get ouf die jischubhim (Dörfer) un’ ouch in kehiliouth (Gemeinden) baj die kazzobhim (Schlachter), die haben mit anander b‘w׳'h ajn schlechten sejder (Ordnung), af wenn fie weren mit anander gegangen in einem chejder (Schule), das muf fich derbarmen Gott lajder. afo bald af fie des morgens früh stajgen ous den bet, da loufen fie in stall zu fehn, welchebehemo (Vieh) if mager oder fett, un’ es gehert fich, vor in die hent zu nemen talith un’ tefillin (Gebetmantel und -riemen) erst gejn fie vor die behemouth (Vieh) prüfen un’ fühlen fie trinken ouch menich mal vor brantwein. unter desen körnen oft konim (Kunden) die da grajs un’ hout oder flajsch koufen. wert auch menich mol wajn kauf gefofen. der durch tut der feman keriath Schema (Zeit zum Morgengebet) awek loufen . . . aber im herbst wert bhv"h das oren un’ tefilin (Gebetriemen) bald vargessen glatt un’ gar . . Cie geben dem herbst die schuld uh Tagen zum oren: du muft haben ajn wajl gedult, mir raufen izund das ganze jahr betrachten un’ beforgen, feliche gute behemouth (Vieh) kenn men nit krigen alle morgen, mir mufen izund bajten un borgen; drum kennen mir ouf dir izund nit׳. gar wol passen, mir haben zu tun mit unsre pikelfassen^, un’ geben keloumer (so zu sagen) die mizwo (religiöses Gebot) schult, fie tun es nit irent wegen, najert wenn gest körnen in ein zajt, das da if umgelegen, da kenen fie in mit abspaifen, das fie kenen besser fort raifen .... uh af da kommt schbethouth (Sabbat) zu nacht, lang derfir eh men hat in die schul