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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1904-01-01 · 2 (1904) Heft XIV · p. Seite 86

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1904
Issue
2 (1904) Heft XIV
Date
1904-01-01
Page
Seite 86 (sequence 86)
Language
German
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86 untrer forsteliung . den den recompens def halben . wirst du gewisiglieh fon den rechten kanahl auf beiden weiten reichlich erlangen: krank ligende (Arme und Dürftige und Wöchnerinnen im Krankenhaus zu Altona ימ״א). [Nach einem Einblattdruck i. Bes. d. Hn. J. H. Wagner, Berlin.] S. 127. Aus der Approbation des Amst. ORabb.’s Mos. Jehuda Koben sowie seiner eigenen Angabe (3b) erfahren wir, dass Selichower früher Yorbeter in Abterode und in Minden a. d. Weser, zur Zeit in Altona-Hamburg sich aufgehalten hat. Seine Lieder sollen die profanen Besänge, welche bei Gastereien üblich geworden sind, ersetzen, ir libe lajt. tut difes klajn sefer (Buch) anschauen. ajer gelt wert ajch gewiss nit grauen; denn ir wert drinn lajnen, warum das mir in difen goluth (Exil) afo lang fajnen. drum komt un’ kouf't es geschwind, da kaut ir behit wern var die Cind, ״Touro“ wird bei Tisch kaum noch gesprochen, da das Studium bei den schlechten Zeiten immer mehr schwindet und alle .Religion mit der ״Barnizwo*‘ abgeworfen wird. Redet man aber bei Tisch, so könne man vor lauter Lärm sein eigenes Wort nicht verstehen. 1666 sei freilich alles von dem bösen Wandel umgekehrt, da man den Messias gekommen glaubte. Die bittere Enttäuschung verursachte aber einen um so ärgeren Umschlag. R. Wolf Levi, der hessische Landrabbiner, lebte damals bei des Verfassers Vater und gab andeutungsweise auf die Frage, weshalb die Erlösung wiederum vergebens erhofft worden, eine Antwort, welche der Verfasser erst 1690 durch ein Traumbild begriffen hat. Die Erlösung werde dadurch verzögert, dass man auf המחזיר שכינהו לציון sowie nach הפורש סוכה שלוס kein Amen sagte. Ein Unglück sind auch das ungebührliche Betragen in der Synagoge, das Mitnehmen von Kindern unter fünf Jahren, mit denen die Nachbarn während des Gottesdienstes spassen, das Almosensammeln während des Gebetes, die Mätzchen des Vorbeters, die er selbst einst in seiner Thorheit mitgemacht. Nun habe er sich ganz und gar vom Vorbeteramt zurückgezogen, da er es von unwissenden und eitlen Leuten verunehrt sehe, die das Wort von dem Narrensinn der Vorbeter wahr machten. Dies und anderes tadelt der Verfasser in einer Kapuzinerpredigt, welche als einziges judendeutsches Sprachdenkmal aus jener Zeit neben Glückel’s Memorien sowie in kulturhistorischer Hinsicht besondere Beachtung verdient. denn kenn die geullo (Erlösung) kommen behend un’ das goluth (Exil) wert nemenajnend. un5 kauft es bazajt, da wert ir weren bald derfrajd!“ omen kejn jehi rozoun(Amen, das walte Gottlj. hert zu die hakdomoh (Vorrede), ir üben lajt. ich wil ajch arzelen, was das betajt, das ich hab die mifmourim (Lieder) in leschoun hakoudesch (Hebräisch) un’ tajtsch gemacht un driber gar erenst getracht tag un’ nacht, nit vil geschlafen meinstlich gewacht, biCich hab t״l (G. s. D.) die mifmourim (Lieder) erdacht un’ hab jo nit geacht die vile müh un’ fr acht, biC ich es hab t״l (G. s. D.) afo weit gebracht vun wegen die grouse jacht, die ich hab an vil orten gesehn, was ouf seudous (Gastmählern, bes. bei Beschneidungen) un’ chathunouth (Hochzeiten) tut geschehn . . wenn fie Catt haben gegessen un’ fich woul angemessen, da weren geret vil debhorim betelim (leeres Geschwätz) unterdessen un’ tun an churban habajith (Zer- Störung des Tempels) var gessen, un’ wenn fie halten in trinken da fingen Lie lider, die men nit fol gedenken, fol ich schrajben wie es zu get mit deroschouth (religiöse Vorträge, auch bei Tisch üblich) un’benschen (Tischgebet),

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