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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1904-01-01 · 2 (1904) Heft XIV · p. Seite 76

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1904
Issue
2 (1904) Heft XIV
Date
1904-01-01
Page
Seite 76 (sequence 76)
Language
German
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76 licher es ist, dass ein jeder seinen Vortheil, und sich vor einer solchen Last zu befreyen suchet, die ihn am meisten drücket, und von welcher er vielleicht schon längstens sich würde befreyet haben, wenn ihn die Unmöglichkeit nicht daran behindert hätte. Ja wenn man auch gleich 8. der reception bey der Wette, diese condition, dass solche dieser Gewohnheit nicht praejudiciren sollte, annectiren und dadurch dieses inconveniens evitiren wollte, so würden doch auswärtige bey einmahl aufgehobenen vinculo coinmuni so bishero unter den Nationen im Gebrauch gewesen, sich daran wenig kehren, gefolglich es an der Execution als dem besten Stücke mangeln, mithin auch diese praecaution gantz infructueus und von keinen Nutzen sein. Wenn man nun 9. diesem allen an die Seyte setzet, dass überdehm diese novatio theils die 4 Rthl. aufheben würde, welche ein jeder hier in Hamburg ankommender und wieder weggehender Jude erlegen muss und die Judenschaft von löblicher Cämmerey in Pacht hat, dass theils dieselbe die Schriftliche Versicherung aufhebe, welche uns der gottseel. Hr. Pell als derzeitiger Praetor dahin, dass wir bey unseren vorigen Frey- und Gewohnheiten gelassen werden solten, gegeben und wofür wir an löblicher Cämmerey die Summe von 2000 Marek banco erleget haben, und das endlich selbsten diese Novatio dieser guten Stadt an und für sich selbst nicht den allergeringsten Nutzen schaffen könne; so leben wir des zuversichtlichen und unterthänigen Vertrauens, es werde eine Hohe Obrigkeit es ratione receptionis bey dem von undencklichen Jahren her im Gebrauch gewesenen modo in Gnaden zu lassen geruhen, damit aber gleichwohl 10. Eine Hohe Obrigkeit nicht auf die Muthmassung gerahten möge, ob wären hierunter absevten unser ungleiche Absichten oder wohl gar diese verborgen, dass wir diese oder jene frembde Juden, wenn gleich sonsten auf ihren Zustand und vermögen nichts zu sagen wäre, dennoch in unsere commune nicht admittiren wolten, so sind wir erbötig, wenn es die Obrigkeit verlanget, diejenigen frembden Juden welche ausser denn Verhäurahtungsfällen, denn solche werden ohnehin der Wette gemeldet, bey uns recipiret zu werden verlangen, der Obrigkeit oder den wohlw. Herren der Wette sofort anzuzeigen, damit Eine Hohe Obrigkeit, welche Persohnen anhero kommen, wissen und ob wir darunter wohl oder übel verfahren, urtheilen möge. Und wie demnach hieraus genugsahm erhellet, dass wir hierunter nichts als die Ablehnung unser» Verderbens suchen, also synd wir nicht allein 11. mehr als gewiss versichert, dass wenn alles in vorigen Stande bleibet, in gar kurtzer Zeit, eine mehr als man glauben möchte bemittelte Persohn aus der Frembde sich anhero begeben werde, besondern wir wollen uns auch dahin, äusserstem Vermögen nach bestreben, dass sodann ausser vorgedachten sehr vermögenden Persohn, noch einige andere vermögende Familien in weniger Zeit anhero kommen sollen, glauben auch hierunter nichts zu versprechen, als wovon der Effect bald die Gewissheit zeigen soll1). 1j Geleitsgeld zahlen u. a. 1742 die Schutzjuden Isr. Israel aus Oldeslohe, Caspar Wolf, Wolf Levin, Meyer Jacob, Hertz Reis, Sim. Ahron, Lefman Schreyber, Jes. Moysling aus Moislingen, 1730 Nath. Isaac aus Nienburg, Is. Naftali aus Rendsburg, 1731 Nath. Isaac Mos. Lefmann, Phil. Meseritsch, Abr. Valentin a. Friedericia, Mos. Samuel a. Rendsburg, Ahr. Gintz, Moses Nathan aus Kopenhagen. 1737—1752 zahlen aus Elmshorn: Seligmann, Levin’s Sohn. Jech. Jirmija, Mayer, Mayer Schlachter, Holander, Hensil und sein Bruder Samuel, Meyer Levin, Mayer Holander, Isaac, Moses, Pender, Meyer Mecklenbürg, aus Rendsburg; Phil. Nathan, Isaac, Sal. Unna, Isr. Isaac, Jac. Grohtwohl, aus Kopenhagen: Levin Marba, Abr. Jacob, Joel Levin Wessely, Laz. Wallach, aus Friedericia: Hirsch Isaac, Lev. Moses, Hannover: Hey man Bückeburg, Is. Hertz, Berlin: Levin Neuburg, Moislingen: Mayer Lüneburg, Salomon, 1720 Harburg: Jos. Wulf, Sal. Abr. Moses, Manuel Isaac, Phil. Hertz.

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