Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1904
- Issue
- 1 (1904) Heft XIII
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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35 ״Hej alof“, W 9 erinnert an das niederrheinisclie a’llaf: es lebe, frischauf! Für das unverständlich gewordene ״pogen (pochen) und zieren“ (mlid. rühmen, preisen) W 60 hat 0 ,,loben und preisen‘־. Für ״Gebotenschaft“ W 70 hat C ״Botschaft“. W 128: ״welands wegen deine Raten“ erklärt sich aus C: ״wilen wegen deinem Rate“, das aus zwei Konstruktionen: ״wegen deines Rates“ und ״um deines Rates willen“ zusammengeflossen scheint. Waschtis Bitte W 155 f.: ״leb wel ba dir sein a Yegele ein־‘ C 12: ״last eich denken, ich bin in eire Augen wie ein junges Veiglein“ kehrt in C 39 noch einmal als Bitte Sereschs für Haman wieder: ״last eich denken, dass mein Mann Prinz H. ist gewefen beim Vater K. ein Veglein und flicht in fein Schloss aus und ein“, und findet sich in S, wo ja die Waschti-Episode fehlt, nur als Bitte Hamans: ״lasst eich denken, ich bin ein Waid-Veglein und flieh in eiren Schlesiern aus und ein“ 26. Im Munde Waschtis ist dieses Bild jedenfalls eher am Platze, als in dem Hamans, der als säbelrasselnder Bramarbas dargestellt wird, und so dürften W und C die ältere Gestalt des Textes wiedergeben. In ״kapur“ 179 steht das u dem Reim zulieb für o. Im heutigen galiz. Jdd. kapoir — verkehrt, in der jd. Bibelübersetzung von Blitz (1678) Hi. 4, 15; Ps. 119, 20 stehen die Haare kapor — zu Berge, in der von Witzenhausen (1687) ken por, in dem 1151. Jonasspiel, Z. f. Gesch. d. Jud. in Dtsclil. II gehör. In einer jd. Handschr. a. d. 17. Jalirh. (Mitt. V, S. 29 § 30): ״wen du wilst haben, das der Tisch fol ken por geni; (Tischrücken). Bei S in der Bedeutung ״in die Höhe“: ״ein andern Gerne w hengst du mit dem Kopf kapor, heng im (Haman) mit di Fis kapor“ 222, ebenso 220: .,henk in mit di F. k.“ Bei Plans Sachs: mir gehn mein har gehnbohr DWb. IV, 12490 ־ aus gen bor, wie empor aus in bor, vgl. die haare stehn gen berg ib. 3342. Der jd. Anlaut k weist auf die md. PTnnen kegen, kein 2197,4. 2198, der Ausfall des 11 auf obd. gän, ge, ga, ciinbr. ka 2196. Wenn das ״twinen“ in ״spinnen und twinen“ W 218 auf das nd. twiernen, tweernen zwirnen zurückzuführen ist, dann hätten wir in diesem rTexte das auffällige Auftreten zweier niederdeutschen Formen (vgl. oben ״alof Ci) zu verzeichnen. C 12 hat dafür ״spinnen und binden“, in dem in der ersten Hälfte des 19. Jahrh. in Brody in Galizien aufgeführten Spiele hiess es aber ״zwinen“. ״Tworen“ in ״spinnen und tw.“ 215 hält Hr. Dr. W., wie aus seiner Uebersetzung hervorgeht, für das russische tworitj, C 17 hat aber auch hier, als ob nd. Konsonantismus vorliegen würde, die hochdeutsche Entsprechung ״zworen“. ״Imgefipter“ 223 ist volksetymologische Umbildung des missverstandenen ״Imgefilperter“ 0 18, vgl. befilpert bei Glückei v. Hameln Mitt. VII, (1901) 50 besudelt, verunreinigt; verunfilbert Bii von Blitz Jes. 63, 3; befilpert Witzenhausen; besulpern mhd. besülwen DWb 1, 1691. ״Awrum der Schinder. Jizchok der Blinder“ 234 f. stimmt mit 0, dage gen hat S. 214 unrichtig ״Moscheh der Blinder“. ,,W absgebirt“ 249 (mhd. gebürt: Geschöpf) im altern Jd.:Geschlecht. In dem früher erwähnten galiz. Purimspiel lautete diese Stelle: ״drim lug ich ach in fug es ach, trauet keiner auch nit einer, keinem Weib 3*