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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1903-01-01 · 2 (1903) Heft XII · p. Seite 120

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1903
Issue
2 (1903) Heft XII
Date
1903-01-01
Page
Seite 120 (sequence 123)
Language
German
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120 30 Supplikanten, welche, nach dem Zeugnis ihrer Unterschrift, den König gebeten, Eyb. von dem Kompromiss zu entbinden, wussten einige, wie notariell beglaubigt ist, überhaupt nichts von einer solchen Supplik. Eyb. solle sich vor einem jüdischen Schiedsgericht rechtfertigen, genau sowie katholische Geistliche vor ihrer katholischen Behörde, die reformierten vor ihren Synoden.“ Am 31. Okt. lasst Eyb. eine ihm günstige Erklärung der polnischen Labbinersynode zu Jaroslaw, an die er sich um Unterstützung gewandt hatte (vgl. Sippurim S. 336), verbreiten, obgleich ,,die Besseren und die Majorität jener Synode öffentlich opponirte“. Die Leiche der Frau des Abr. Levin Heilbuth, eines Anti-Eyb.ianers, musste, weil die Beerdigungsbrüderschaft die Bestattung verweigerte, einen Tag länger über der Erde bleiben und schliesslich ,,von Jungen“ zu Grabe getragen werden. Diese Brüderschaft verzögerte auch die Beerdigung des Aeltesten Jos. ls. Getting in Hamb, absichtlich so lange, bis die Hamb. Thore geschlossen wurden. Dem Beisitzer Mos. ls. Getting wurde die Luhestätte bei seinen Vorfahren und Angehörigen verweigert, ls. Joseph wurde nicht in der Leihe bestattet, sondern mit ihm eine neue Leihe begonnen, welche man für diese .,Temeim“ (Lnreinen) (s. ob.) bestimmt hatte. Den L vb.ianern war durch den Misserfolg einer Petition der Alton. Aeltesten an (hm Koni״ •״e״en die ,,despotische Gewalt der Eibeschützen‘־ und um einen friedliebenden OL. der Mut gewachsen. Im Jan. 54 entsteht ein Zwiespalt in der Wandsb. Gemeinde, weil Friedberg von der Partei Eyb.'s abgefallen ist. Delbaneo nennt ihn auf öffentl. Börse Banquerotteur. Am 24. beschimpft Leim. Sams. Hertz öffentl. in der Synagoge die Aeltesten seiner Gemeinde. In einem kgl. Lescript vom 18. März 54 heisst es: Dem kgl. Befehl vom 6. Nov. 52 zuwider sei der OL. zum Eingehen eines Kompromisses genötigt worden. Da nun dieser ,,gants unnütze Streit‘‘ um die Amulette endlich aufhören müsse, kassiert der König den Koni- ]iromiss. Eyb. solle, da die ersten drei .Jahre ohne gehörige Kündigung verstrichen sind, laut seinem Kontrakt weitere drei Jahre im Amte bleiben. Die Aeltesten haben wegen Ungehorsams binnen sechs Wochen aus eigenen Mitteln 50 Ltlr. Strafe zu zahlen und gehen ihres Amtes verlustig. Innerhalb sechs Wochen hat eine Neuwahl stattzufinden, ,,wobey der OL. beym Einlegen der Nahmen in die Büchse mit zu gezogen und sonst alles, was die wohl hergebrachte Observanee erfordert, beobachtet“ werden soll. Vor Austrag der Sache soll jeder, der in Lechts- Sachen nicht mit Eyb. und den Aeltesten zu thun haben will, vor der christlichen Behörde abgeurteilt werden. Die durch diese Wahl (Apr.) zu Leitern der Gemeinde bestellten Anbänger Eyb.'s sahen den säumigen Steuerzahlern ihrer Partei durch die Finger, erliessen ihnen die Abgaben ganz oder teilweise, belegten aber die Gegner in solchen Fällen sogleich mit Bann und Execution. Dies verursachte eine grosse Erschöpfung der Gemeindekasse, zumal die Gemeinde, um die kgl. Schutzgelder zahlen zu können, eine Schuld von 1500 Tlrn. hatte aufnehmen müssen. Am 26. Apr. kamen aus Kopenhagen zwei Pasquille mit der Unterschrift L. Lipman Lizin z“tsi;l.

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