Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
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119 haupte, sie hätten den Mos. Ahron zu seiner Entlassung angestiftet. Auch dem OK. Levin Kaliseh wurde das Amt gekündigt. Eyb. wusste ja, dass er nur auf 3 Jahre angestellt werde. Die Kosten des Umzuges sind ihm ersetzt worden. Ueherdies hat er auf der Durchreise hier und da Geschenke erhalten, die das Dreifache betragen. Eyb. hat vor einigen der hier Unterzeichneten — auch Popert ist unterschrieben — vor Eingang des kgl. Kescripts heilig versichert, er werde eine Erklärung abgeben, und wenn auch das Kescript noch so günstig für ihn ausfalle, so sollten sie doch beim König für ihn einkommen. Es ist erlogen, dass sie Pasqiiillen gegen Eyb. drucken Hessen. .,So wenig wir nun den Yerfassern Göttinger, Leipziger und Hamburg. Gelehrten Zeitungen und dem Herrn D. Baumgarten und Herrn Prof. Zachariae auch Herrn Pari Anton wehren können, in dieser Sache ihre Gedanken zu eröffnen“ und so wenig dies Pasquillen zu nennen sind, .,so wenig sind wir imstande, den auswärtigen jüdischen Gelehrten es zu verbieten und sie Pasquillanten zu nennen׳*'־, zumal die Verfasser dieser Schriften bekannt sind. Da nun die jüdischen Gelehrten eine Lebensaufgabe aus dem Studium des Hebräischen machen, die christlichen es hingegen nur als einen Teil ihrer theologischen, philologischen und philosophischen Studien betreiben, so sind die jüdischen darin wohl competenter. Auch hat ,,der berühmte Herr Baumgarten bey Abfassung seines Bedenckens sich in Ansehung der Erklärung der Amuletten eines Juden in Halle, welcher ein Discipul von dem OK. gewesen, bedienet.־־ Die Unterzeichneten sind in Gegenwart Eylvs, wenn auch freilich nicht nach seinem Wunsch, zu Vorstehern gewählt worden. Was er über das Kompromiss sagt, ist falsch: 1) hört ein Kompromiss erst auf, wenn einer von den Konipromitte nt en, nicht Schiedsrichtern, stirbt, 2) weigerte sich Eyb., obwohl wir liebevoll um einen neuen Kompromissarius baten, von einem Male zum andern. Eyb. spreche von einem seit Jahrhunderten bestehenden Zusammenhange der Dreigemeinden. Das ist ein grosser ,,historischer und chronologischer Schnitzer“. Erst um 1610 seien Juden nach Altona gekommen. Der erste OK. Hillel in Alt. hatte mit Hamb, nichts zu thun. Anfang des 17. Jalirli. waltet in Alt. K. Sal. Mireles, in Hamb. K. David aus Posen, in Wandsb. K. Löbel. Als die beiden letzteren gestorben waren, wurde K. Mireles bis zu seinem Tode OK, in allen drei Gemeinden. Hierauf amtierten in Alt. unter dem Titel OK,, doch ohne in den Synagogen den Sitz des OK.s einzunehmen, abwechselnd Mos. Kothenburg und Hirschel Jacob. Dieser wurde allein auch von Hamb, und Wandsb. als OK, angenommen. Xacli seiner Berufung nach Amst. hatte Hamb, die beiden K. Ahr. Schüssel* und Isak Xatlian. Mos. Rothenburg blieb OK, in Altona. Xacli seinem Tode fungierte einer der UK., 11. Seldom, bis dann nach 3 Jahren 1714 Ezechiel Katzenellenbogen an seine Stelle trat und von allen drei Gemeinden anerkannt wurde. Xacli Ezecn.’s Ableben wählten die Altonaer die K. Ephraim 1 leckscher und Benedix Magnus, die Hamb. Isr. David und Marcus Joseph zu Verwesern, bis man sich über die Wahl Eyb.’s einigte. Den OK., ,,einen offenbahren Ualumnianten“, muss man ל,der Tücke“ zeihen, wenn er nur das neue ,,Oompromiss unterzeichnet habe und sich doch nicht danach richte״. ,,Warum sucht der OK. solche Umwege und Winkelzüge, wenn Wahrheit und die Gerechtigkeit seiner Sache auf seiner Seite ist?“ V<>11 den