Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 117)
- Language
- German
- Belongs to
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114 auch in ihren Oivil Händeln gegen die von der andern Parthey sich leichter als sonst zum Eide erklärten, auch solchen vielmehr wie vorhin unter grossem Verdachte des Meineids freymütig abzustatten anfingen, wozu wahrscheinlich eine Lossprechung des OE.s der Grund ist״. Daher wird am 14. Aug. den Hamb. Juden befohlen, sich von Eyb. loszusagen, seitdem Er selbst die Oli.-Stelle, ungeachtet er längstens im Bann ist, auf die zudringlichste Weise für beständig zu behaupten, auch seine Macht und Gewalt nicht nur in geistlichen und Ceremonial, sondern auch in Oivil- und öeonomischen Sachen zu missbrauchen und immer weiter zu erstrecken sich beflissen hat“. Man solle mit ihm einfach, wie es mit dem Kantor Catzevitz geschehen, ohne die 15 Delegierten verfahren, da bei deren Wahl Mord und Aufruhr zu befürchten sei. Am 26. Apr. muss das Haus des TJR.’s Hanau (E. Mordekai Ohasid) geschützt werden, weil man darin seinen Sohn steinigen will; die Fenster werden ihm eingeworfen. R. Leib Levi und R. Lipman Hildesheim setzen den R. Mose Goldschmidt und R. Leib Kik (Lazarus) ab. Chajm Schiesser kommt aufs schwarze Brett. Im Mai veranstalten die Schüler Eyb.'s einen Aufzug mit 24 Kutschen. Die Wormser Aeltesten־) schicken ein Pasquill, das ihnen aus Hamburg zugesandt worden, an die Hamb. Aeltesten zurück. Am 29. Juni klagen vor dem Hamb. Prätor Mos. Ahron und Levi Lazarus gegen den dritten Aeltesten Lewin Samson Hertz/5) er habe ohne ihre Unterschrift, ja. ohne ihr Vorwissen 100 Thlr. aus der Armenkasse der Gemeinde ..gegen eine raore inaudito von ihm und dreyen. mit dem Altonaischen OE. Jon. Eyb. übereinstimmenden Beysitzern unterschriebene Quittung: ausbezahlen lassen und solche Summe Dabei sei der Zustand dieser Kasse Uebrigens habe der Altonaer Oberpräsident dem gedachten OR. eingeliefert ein geradezu kläglicher. bereits ..die dortige Gemeinde-Gasse von der ihr gleichfals angemutheten Reuterzehrung an den OR. freygesprochen“. Hertz und Mos. Hartwig verteidigen sich wegen ..des unserem OR.“ — Eyb. wird hier immer ״der unschuldige OR.“ genannt ..zur Bestreitung der ilnne unverschuldeter Weise angchälseterKosten gethanenZuschusses vonlOOTblrn.“ Eyb. selbst habe das Geld verlangt als Entschädigung für die Kosten ״insbesondere zur justificiiTmg seiner an dem kgl. dän. Hofe“. In einer zweiten Replik (14. Sept.! verdächtigen sie Ahron. er sei Eyb. nur darum Feind, weil er seinerzeit einen anderen zum OR. gewünscht habe. Am 14. Aug.. nachdem der Prätor den Aeltesten den obrigkeitlichen Befehl vorgelesen. beleidigt Lewin Sams. Herz vor der Thür seinen Mitältesten Mos. Ahron. Am 18. teilt die Hamb. Behörde dem Oberpräsidenten mit, sie habe, um den unaufhörlichen Streitigkeiten der Juden untereinander, neu erdin g: die kommen. ein wieder in Hamb, für allemal ein Ende Synagogen offen zum Ausbruch gezu machen; der Hamb. Gemeinde -) An sie batte sich Eyb., durch seine Gegner gereizt, mit einem gegen Josua Falk gerichteten Schreiben gewandt, welches er jedoch später bereute (Fratz 473). :!) Hertz, 55״ Jahre alt, seit 18 Jahre Aeltester“. bezeichnet am 10. Sept. 51 vor dem Prätor Lazarus als Trunkenbold.