Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 115)
- Language
- German
- Belongs to
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112 Unter dem 6. Nov.1) gebietet Friedrich V. in einem Erlass, den Streit zu unterdrücken, in welchem מohnehin der OR. ausser an deren zu seiner Rechtfertigung angeführten Umständen den grössten Theil der Gemeine und den Ausspruch fast aller Jüdischen Synagogen und Gelehrten vor sich hat“. Den 28. Dez. wird Zacharias Abraham von dem Altonaer Moses Julius und besonders von einem Hamburger Heyman IST. Oolien auf öffentlicher Börse angegriffen. Am 2. Jan. 53 wird Zach. Abraham vor dem Prätor vernommen. Er wurde, wie er bekundet, von Hertz Bendix Beyf'us, Sam. Jos. Rener und Lion Mos. Goldschmid oft, auch an öffentlicher Börse, aufgefordert, das j.Complot“ zu Gunsten Eyb.’s zu unterschreiben. Schliesslich kam ihm Lazarus Is. Wallach ins Haus mit der Drohung, wer nicht unterschreibe, werde samt seinen Kindern von allen Ehrenstellen in der Gemeinde ausgeschlossen, auf jede Art und Weise verfolgt und nach dem Tode abgesondert beerdigt werden. Der Beitrag zu dem Komplott betrug 1 Mk. Als er im Sept. 52 bei Is. Mos. Tentler zu thun hatte, trat Elias Oppenheimers Schwiegersohn, Is. Seligmann, herein und forderte ihn auf, für eine neu zu errichtende Klaus zu zeichnen. Der OR. hatte hierzu 8 Tlr. beigetragen. Als Klausner waren Is. Tabor und Is. Friedburg in Aussicht genommen, welche sich seinerzeit gegen Heckscher erklärt hatten. Ausser ihnen sollten noch zwei andere Eyb.ianer gewählt werden. Zach. Abraham erklärte aber offen, er halte es für eine Sünde, die andern ,,alten armen Gelehrten, weil sie gegen Eyb., brotlos zu machen“. Dafür wurde er zunächst auf der Börse attackiert. Zur Messe in Frankfurt a. 0. schickt man ihm, wie wenn die Sendung von seiner Frau komme, unter der Adresse seines Faktors ein 12 Pfd. schweres Kistchen mit Unrat und prellt ihn obendrein um das Porto. An seine ״Correspondencen“ in London und Breslau kommen anonyme Briefe, bestimmt, seinen Kredit zu schwächen. Während er, einer der Bemitteltsten, jährlich 264 M. 8 ß für sich und 100 M. Abgaben zahle, Hessen die jetzigen Aeltesten arme Leute sogar zu 12 ß jährl. einschreiben. Sie hielten ihre Sitzungen immer auf der Wandsbeker Stube, weil da alle zu Eyb.’s Anhang zählten. Jene zwei noch zu wählenden Klausner fand man in Is. Gungshausen, welcher das ״Complot“ mit unterschrieben hatte, und in Levin Forselium, welcher sich verpflichten musste, nichts gegen Eyb. zu sagen. Die Kassierer der neuen Klaus waren: Jac. Ber. Heyman, Theodoras Amsel Oppenheim, Daniel vulgo Israel Sal. Wallicli, Is. Seligmann und noch einige Altonaer. Elias Oppenheimer, die Seele der Popert’schen Partei, weiss immer wieder das Feuer zu schüren und wird, weil er die Angelegenheit vom 1j Nach Emden (Meg. sef.) hatte Eyb. die Beantwortung obiger 14 Fragen des Oberpräsidiums so lange hinausgeschoben, bis sich die Lage für ihn günstig gestaltete. Er hatte, nach Emden, jene Schutzschrift verfasst, als deren Autor offiziell Anton, übrigens einst ein Schüler Eyb.’s, genannt wurde. Chanucka 513 (1752) nahm ihm der König die Jurisdiktion, liess ihm aber die übrigen Rabbinatsfunktionen. Die Königin war durch einen Anhänger Eyb.’s, einen Faktor am Hofe zu Braunschweig, woher sie stammte, für Eyb. gewonnen worden [Grätz 372].