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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1903-01-01 · 2 (1903) Heft XII · p. Seite 102

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1903
Issue
2 (1903) Heft XII
Date
1903-01-01
Page
Seite 102 (sequence 105)
Language
German
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102 Antwort: ״Komm’ heraus, Du Kanaille, ich will Dir den Hals brechen“. Am nächsten Tage rühmte sich Mos. Julius, wie schon erwähnt, ein brutaler Parteigänger Eyb.’s, öffentlich dieser Heldenthat. Während einer Grabrede, welche Eyb. am 8. Juli einem Rabbiner hielt, und in der er von neuem versicherte, niemals Sabbatianer gewesen zu sein, beleidigt Julius öffentlich den Hamb. Rabbiner Heilbut. Die Schreckensherrschaft der Eybeschützianer wird immer unerträglicher. Am 11. Juli enthebt Popert den charaktervollen R. Oser seines Amtes, am nächsten Tage droht er dem Gelehrten Levi, der sich auf eigene Kosten in frommem Lerneifer ein Stübchen hatte bauen lassen, er werde es ihm niederreissen lassen, wenn er den Verkehr mit seinem Bruder nicht aufgebe. Am 25. erhält der erste unter den UR.’n, der oben genannte R. Ephr. Sam. Heckscher, von dem Frankf. OR. eine an sämtliche UR. Altonas gerichtete Anfrage, ob sie, wie behauptet werde, zu dem jüngst von acht Altonaern1) zu Eyb.’s Gunsten an die Frankf. Aeltesten gerichteten Schreiben ihre Einwilligung erteilt hätten. Drei Tage später erscheinen Freunde von Eyb. bei Heck, und fordern ihm diesen Brief ab sowie die Antwort, die er darauf zu geben im Begriff war. Heckscher erklärte sich dazu bereit, wenn ihm auch Eyb. seine Briefe und seine Antworten darauf zeigen wolle, und als er merkt, dass man ihn nur hinzuhalten suche, um den Brief bis zur nächsten Post zu verzögern, weist er den Eindringlingen die Thür. Am 10. Aug. kommt es in El. Oppenheimers Haus zwischen Schülern des OR’s und dem UR. Marcus Hähne, dessen Kind Zettel mit der Nachricht von der Exkommunikation Eyb.’s durch den Lemberger R. Chajjim Rapaport ausgestreut haben sollte, zu einem solchen Streit, dass die Wache einschreiten muss. Als Hähne, welcher wie alle vier Hamburger und, bis auf zwei Ausnahmen, auch die Altonaer UR. gegen Eyb. war, nach einiger Zeit amtlich bei ihm zu thun hat, schlägt er ihm die Thür vor der Nase zu. Denselben Abend wird ihm auf der Strasse nachgerufen: ״Scher’ dich hinaus nach dem OR., da kannst du die Thür sehen!״ Am Simchat-Tora-Abend wird er in der Synagoge durch die lärmende Nachricht erschreckt, sein Haus stehe in Flammen. Es war nur ein ״Spass“ der Gegner. Eyb .weistam 11. einen ihm günstigen Brief aus Nicolsburg vor, [Luch. Blatt 5b], der aberin Abwesenheit des dortigen OR.’s geschrieben worden war und von diesem auch sogleich dementiert wurde. Wie er, so erklärten sich die OR. zu Hannover, Berlin, Fürth und fast alle übrigen in Deutschland gegen Eyb. Der Kampf hatte so weite Kreise gezogen, dass Friedeburg, ein Anhänger Eyb.’s, auf der Königsberger Messe aus diesem Grunde grossen Schaden erlitt. R. Herschel soll einem polnischen Juden, der gleichzeitig dort anwesend war, von Eyb.’s Sabbatianismus geschrieben haben. Ihn machte Friedeburg für seinen Verlust verantwörtlich. Herschel hatte seine Frau in Altona zurückgelassen, und sie wurde nun am 10. Sept. aufgefordert, ihrem Manne zu schreiben, dass er sich in Halle, Berlin, Halberstadt oder einem anderen beliebigen Ort seinem Kläger Friedeburg zum Prozesse stellen möge. Gleichzeitig b Darunter war auch Abr. Guggenheim, bekanntlich später Schwieger vater Mos. Mendelsohns.

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