Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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101 Eisenstadt-Wiener 67), einem ״unwissenden Menschen, dem sein reicher Vater das dortige Oberrabbinat gekauft hatte״, die Mitteilung־, dass er über R. Herschel, Xeh. Raisclier, den Bankier Mos, Mey in Metz und ihren ganzen Anhang [29. Xis. 24. April] den Bann verhängt habe. Abraham’s Vater, Abr. Chajjim, wird daraufhin von dem dortigen Finanzeinnehmer in Haft genommen, erklärt jedoch, weder er. noch sein Sohn wüssten etwas davon [Vgl. Grätz 367.] Am 16. (Wagenaar: 22.) Mai zog Herschel nach Amsterdam1), Jac. Meyer, Gottsch. Levi und Dav. Nathan, der eine der beiden Gemeindekassierer, der sich bei jenem Synagogenskandal auf Meyer’s Seite gestellt hatte, unterwarfen sich aus Liebe zum Frieden dem Willen des OR.’s. Er sollte allein über das Schicksal des Vorbeters Kazef bestimmen, und er verfügte auf Ent- Setzung vom Kantorat und dem damit verknüpften Xotariat, sowie auf sofortige Ausweisung. Eyb.’s Anhänger suchten nun die Klausner und UR. zu gewinnen. Jos. Hart. Popert versprach dem angesehensten der 5 Alton. Klausner, R. 08er, ein Geldgeschenk, wenn er ein Schriftstück zu Gunsten des OE.’s unterschriebe, welches bereits sämtliche Rabbiner, darunter auch die der Portugiesen, attestiert hätten‘2). Oser ging aber, obwohl ein blutarmer Mann, auf den Handel nicht ein und ebenso wenig, mit alleiniger Ausnahme des Levin London, die übrigen Klausner3;. Der UR. Benedix Magnus, ein geistesschwacher Greis, giebt seine Unterschrift auf Poüerts Versicherung hin, es hätten alle seine Kollegen unterzeichnet. Er hat es bald darauf bereut. Ausserdem unterfertigten sich als Rabbiner einige Altonaer, die früher einmal dieses Amt bekleidet hatten. In der Xacht vom 23. zum 24. Juni um 12 Uhr klopft es an die Thür der Klaus, in welcher die 5 Klausner abwechselnd ׳Pag und Xacht studierten. Levin Sim. Levi, der gelehrte Bruder des angeblichen Pasquillanten, war gerade zugegen und auf seinen Anruf erhält er die 1j Näheres über seine Reise s. bei Wagenaar. 2) Das in Rede stehende Schriftstück ist wahrscheinlich der Brief ״der Aeltesten“ an die polnischen Rabbiner zu Gunsten Evb.’s, dass es mit den nach Polen gesandten Amuletten seine Richtigkeit habe. Der Brief ist vom 3. Elul 511 21. August 51 datiert und unterschrieben von: Hartig Sams. Popert, Elias Oppenheimer, Levin Sams. Hertz, Hertz Bendix Beyfus, Dav. Wulf Heilbutt, Mos. Simon, Abr. Gugenheim, Dav. Jacob, Magnus Simon״ Hartig Abr. von Halle, Hertz Dav Wallach. Sal. Meyr jun., Jac. Berend Heiman. Mos. Polack (Rabb. zu Alt. u. Hamb.!, Levin Mosen (dto.h Michael Simon (Rabb. zu Wansebek u. Hamb.), Mich. Levy Delbanco. Jac. Berend Heiman, Mos. Mich. Heilbutt, Laz. Is. Wallach. Hertz Philip, Wulf Mich. Speyr, Sal. Jacob, Mos. Julius, Is. Seligmann. צ) Für diese Ueberzeugungstreue sollten die Klausner u. a. am nächsten Laubhüttenfeste büssen. Von den Paradiesäpfeln für dieses Fest, welche meist aus Italien, die besseren aus Korfu bezogen wurden, reservierte man stets den besten für den OR., der ihn ohne Entgelt erhielt, 6 weitere für die Alton. Aeltesten, die 4 Beisitzer, die 6 Kassierer und sämtliche LR., zu denen auch die Klausner zählten, die dafür nach einer vom Kassierer bestimmten Taxe den Preis entrichteten. (6 Stück wurden in jeder Gemeinde auf bewahrt.) Diesmal wurden die Altonaer Klausner, L. London ausgenommen, nicht beriicksichtigt.