Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 86)
- Language
- German
- Belongs to
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85 Schächter in Hamburg zu grösserer Genauigkeit anhalten wollte, wodurch sogar in der christlichen Bevölkerung Aufsehen entstand. Emden ist dafür, wenn nicht geradezu das Ritual darunter leide, jedes Aufsehen zu vermeiden. Das Zeitunglesen am Sabbat hält er für unstatthaft, weil zum Schluss die Börsenberichte u.s.w. studiert würden (I 162). Privatlehrer, die ihre Schuldigkeit nicht thun, gestattet Emden mitten in derZeit aus dem Hause zu weisen (II 32, vgl. Nr. 421). Das Kompagniegeschäft mit einem Nichtjuden, welches unter gewissen Bedingungen auch am Sabbat von diesem geführt werden darf, behandelt er an der Hand des Falles Popert (60). Er preist Gott täglich, ״dass er ihn nicht zum A''b'”d (= OR, zugleich Anklang an E"b"d Knecht; vgl. das tägliche Morgengebet) gemacht hat“. An Eyb.’s Stelle tritt 1765 Isaac Levi Hurwitz, anfangs Rabbiner zu Harchow in Polen, dann in Glogau und Brody. Er stirbt nach kaum zweijährigem Wirken in Altona. Nach Dibre ha-jamim hatte eine am 22. Kisl. 525 gewählte Kommission folgende Kandidaten aufgestellt: Rabb. Tebele Scheyer in Bamberg, Abraham in Brisk, Abba und Nathan Mas in Frankfurt a. M., Hirsch in Halberstadt, Jos. Steinhart in Fürth, Ezechiel Landau in Prag und Itzik in Brody. Am 23. Scheb. wird letzterer gewählt Die Rabbinatsbestallung, unterschrieben von Jech. Wallach für Altona, Sam. b. Mordechai für Hamburg und Zach. Wehl für Wandsbek, besitzt in Abschrift das Hamb. Gern.-Archiv. Schon Dienstag, den 6. Ijar 527, durcheilt die Gemeinde die Trauerkunde vom Ableben des OR.’s. An seinem Grabe sprachen R. Jesaja Jaffe und die Dajjanim, bei dem Trauergottesdienst in der Synagoge am Donnerstag, den 8. Ijar, R. Jesaja, ferner die Dajjanim Mordeehaj Hena aus Hamburg, Eisek, Löb Pferse aus Altona und aus Wandsbek Juspa b. Daniel. Ueber eine andere Trauerrede auf Hurw., sowie über die von ihm erteilten Approbationen, RGA. und die Unterlassenen hdschr. Novellen berichtet Eisenstadt-Wiener 120. Ueber s. Schwiegersohn Jakobko das. 127, s. Enkelin 207. Ueber die Amtseinführung s. Nachf.’s Dav. Berlin (in der 2. Hälfte des 47. Jahrh. — wohl in Eisenstadt — geboren) unterrichtet uns des Näheren das Protokollbuch (Dibre ha-jamim) im Alton. Gern.- Arch. Nachdem er unter zehn Kandidaten, die der Wahlaufsatz aufweist (ausser ihm: die Rabb. Hirsch aus Halberstadt, Ezechiel aus Prag, Äbr. aus Frankfurt a. M., Ahron aus Berlin, Tebele aus Bamberg, Jos. Steinhart aus Fürth, Abr. aus Bre[ti]ck, Isr. aus Kleve, Levi aus Keidaun), am 25. Ab gewählt worden war und die Wahl angenommen hatte, traf am 5. Kisl. 528 (1767) ein Brief von ihm ein, dass er bereits nach Altona unterwegs sei. Sogleich wurde 6*