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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1903-01-01 · 2 (1903) Heft XII · p. Seite 66

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1903
Issue
2 (1903) Heft XII
Date
1903-01-01
Page
Seite 66 (sequence 69)
Language
German
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66 tums, Fürst’s Orient, Bloelis Univers israelite und Frankel’s Zeitschr. für d. relig. Interessen des Judentums. Der erste Rabbiner Altonas ist der von Glückei von Hameln erwähnte, mit ihr verwandte David ben Menaehem Cohen, auch David Hanau genannt. Er ist wohl der Verfasser des Mizmor lethoda, Ed. pr. Amst. 1644 (vgl. Z. f. Hebr. Bibliogr. 1902 S. 76). Auf ihn folgt Meir b. Binj. Wolf Aschkenazi um 16601)j auf diesen Hillel b. Naft. Hirz, nach seinem Hauptwerk ״Beth Hillel“ genannt. H. ist 1615 inZolkiew geb. und ״lernte“ inBriskbei dem dortigen Prediger Hirsch. Frühzeitig wandte er sich nach Wilna, wo er von etwa 1650 bis nach 1664 Mitglied des Rabbinates war. Er fungierte dann in verschiedenen Gemeinden Litauens, zuletzt in Keidaun, wurde 1670 an die Spitze der Dreigemeinden berufen, und schied aus dieser Stellung 1680, um einem Rufe als OR. von Zolkiew bei Lemberg zu folgen. Sein Sohn Mose, Rabb. in Kempen (vgl. Eisenstadt-Wiener 101), gab in seinem Aufträge, durch eigene Zusätze ergänzt, seine Kommentare zum ״Joredea“ und ״Ebenha-Cezer“ heraus. Die zu den beiden anderen Teilen des Schulchan arukh hat H. handschr. hinterlassen. Er starb am 22. Teb. 450 (1690) (vgl. Ha-eschkol II 182 £, u. a. approbirte er Nachalath schib'a, Frankf. 1681). Meschullam Salman b. Jac. Dav. Neumark aus der Familie Mireles (vgl. Eisenstadt-Wiener, Dacat־Kedoschim 48), Schwiegersohn des Wiener OR’.s Jacob, einer der Wiener Exulanten, liess sich in Berlin nieder und wurde von hier aus zum Naehfolger des ״Beth Hillel“ berufen. Er sah das fünfte Geschlecht, im Ganzen wohl mehr als 150 Nachkommen. N. starb d. 22. Cheschw. 1706. Er schrieb einige Responsen (s. a. a. O.)2). Tsebib. Jac. Aschkenazi(geb. 1660),kurzweg״derChakham Tsebi“ genannt, erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater Jac.b. Binjamin (Meg. sefer), ging dann von Ofen nach Saloniki, wo er besonders bei R. Elija Kobo studierte. Heimgekehrt vermählte er sich mit der Tochter eines der Reichsten in Altofen, die ihm eine Tochter schenkte. Bei der Belagerung Ofens 1686 tötete ihm eine einschlagende Granate Weib und Kind, während er selbst im an- 1) Ueber seinen Streit mit den Hamb. n. Wandsb. s. Jac. Sasportas’ Okel Ja*aqob. Er approb. u. a. Sam. b. Dav. ka-levi’s Nackalatk schibca, Amst, 1667. 2) N. pflegte mit Tallitk und TkephiUin angetkan zum Gottesdienst zu geken. Eines Tages kielt ikn auf einem solcken Gang ein Händler mit Perlen und Edelsteinen an. N. liess sick jedock nickt auf kalten. Der angebotene Handel sollte bis nack dem Gottesdienst aufgesckoben werden. Inzwiscken katte ein anderer ikn erledigt und einige Tausend Tkaler dabei verdient. Hierüber soll nun N. sekr glücklick gewesen sein. Hatte er dock seiner religiösen Ueberzeugung ein erkeblickes Opfer gebrackt.

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