Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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65 als Kaufmann. Seine Frau starb 1785. Die letzten Lebensjahre wohnte W. in Berlin, auf einer Reise nach Hamburg starb er am 28. Februar 1805. W.’s, des Mitbegründers der Mendelssohn ־־ Wessely'schen Schule, bleibende Bedeutung für die Kulturgeschichte der Juden besteht in seinen Verdiensten um die Renaissance der hebräischen Sprache. Ganz im Geiste des Zeitalters der Aufklärung schwärmte er für die Verbreitung ״nützlicher Kenntnisse“ in den Kreisen seiner Glaubensgenossen. Seine Uebersetzung des Leviticus nebst Kommentar im Rahmen des Mendelssohn’schen Biur-Unternehmens gehört noch heut zum Grundbestand jeder jüdischen Hausbibliothek 1). Wie Hartwig Wessely, war auch sein Bruder Moses2) (1737 bis 92) mit Mendelssohn und Lessing befreundet. Er schrieb über Banken und Münzen, bürgerliche Verbesserungen der Juden u. a. m. (in: ״Moses Wessely’s Unterlassene Schriften. Zum Besten der Witwe hrsg. Berl. 1798“). Ueber seine ״Briefe über Lessings Emilia Galotti“ s. die Hempel’sche Lessingausgabe, 20. TI. S. 1048. Sein Sohn prom. 1790 in Göttingen und liess sich als Arzt in Bleicherode nieder. Ueber Hartwigs und Moses’ Portraits s. Alb. Wolf im Kaufmann-Ge denkbuch. — Hartwigs Sohn Emanuel, 1774 zu Berlin geb., lebte bis 1813 als Lehrer in Hamb., dann in Glückstadt und Altona, kehrte später nach Hamb, zurück und starb 1823. Seine Witwe Fanny, geb. Moses, leitete eine Unterrichts- und Pensionsanstalt. Ausser zahlreichen kleineren literarischen Arbeiten gab er im Verein mit W. F. Hufnagel und J. J. Spalding heraus: ״Die Mosaide, übersetzt nach dem Hebräischen Originale des Hartwig Wessely. 1. u. 2. Heft. Hamb. 1806. 8“. Sein ״Literarischer Nachlass. Herausg. von der Witwe des verewigten Verfassers“ erschien: 1. Heft Hamb. 1827, 2. Heft 1828. Mos. Mendelson, 1782 (oder 83) zu Hamb, geb., verfasste 1. eine hebr. Uebersetzung von Campe’s ״Entdeckung Amerikas“, unter dem Titel ״Metsiath ha־arets ha־chadascha“, Altona 1807, 2. ״Schuschan ceduth, Haggadische Erklärung des Pentateuch für Israeliten beiderlei Geschlechts, Stuttgart 1840—42, 8“, 3. ״Pene thebel (Welt-Ansichten), ein Divan humorist. und ernsthaften Inhalts, Prag“, 4. ״Die Synagoge zu Hamb., wie sie war und wie sie sein soll, Kopenh. 1842“ (״eine Kritik des mangelhaften und verfallenen Gottesdienstes der Hamb. Synagoge“), ferner Aufsätze für den Hamb. Korrespondenten, die Wöchentl. Nachrichten, für Heinemanns Jedidja, Sal. Cohn’s Meassef, die Allg. Zeit. d. Juden- 1j Seine Grabschrift zeigt das Akrostich: Jitschaq Uzzie!. Hierüber bei anderer Gelegenheit. Zur 100. Wiederkehr seines Todestages (1905!) sollte man ihm endlich einen geziemenden Grabstein setzen. 2) S. über ihn gelegentlich auch in Moltmanns ״Aus Hamb.’s vergangenen Tagen“ in d. ״Hamb. Nachrichten 1903“. o