Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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62 tieren dürfen. So wird auch (St.-Arch.) 1729, d. 21. Jan., die Hebamme ״Bele Fürstin ... in Eyd genommen, . . . dass sie keine Kinder als von ihrer Nation . . . hohle״. In einer Eingabe an den Senat (27. Sept. u. 30. Okt. 1730) beschwert sich das geistliehe Ministerium, dass ,,die jüdischen Bademütter ein Aushänge״ schild“ haben und ,,Entbindungen von Christenmädchen“ vornehmen. Hirsch Wolf, 1738 in Lobsenz geb., prom. 1779 zu Giessen, praktizierte als Arzt in Altona, dann 1786—88 in Hamb, am Krankenhofe, später bei der hiesigen Armenanstalt. Während der Belagerung Hamb.’s leitete er das für die vertriebenen Hamburger in Altona errichtete Hospital. Er starb 1820. W. schrieb eine ,,Verteidigung der frühen Beerdigung der Juden an seinen Freund S. S. D. in K. Hamb. 1788. 8.“ Durch seine Beziehungen zu Rahel Levin und zu Goethe auch für die deutsche Literaturgeschichte von Bedeutung ist Dav. Jos. Veit, 1771 in Breslau geb., 1797 in Halle prom., praktizierte er in Hamburg, seit 1803 als Armenarzt im dritten Bezirk. Er wurde Mitglied der ״Medizinischen Gesellschaft״ in Brüssel und der ״Jenaischen Gesellschaft correspondierender Aerzte“ und machte sich durch populär-wissenschaftliche Vorträge sehr verdient. 1814 starb er am Hospitalfieber. Ausser medizinischen Arbeiten besitzen wir von ihm die Festschrift ״I. A. W. Reimarus nach zurückgelegten 50 Jahren seiner medizinischen Laufbahn. Ein biographischer Beitrag zur Feier des 29. April. Hamb. 1807.“ William Leo — Wolf, Sohn eines Alt-Strelitzer Arztes, war 1799—1815 Hospital- und Armenarzt der israelitischen Gemeinde in Altona, seitdem praktizierte er bis 1825 in Hamburg. Er bekannte sich zu den Grundsätzen der Philalethen, die mit Rücksicht auf ihn entworfen worden waren. Für seine Anschauungen suchte er empfänglichen Boden in den Vereinigten Staaten, wohin er 1829 auswanderte. 1829—30 lebte er in Philadelphia, 1831 bis 36 in New-York. 1836 kehrte er nach Hamburg zurück. Hier starb er 1850. L. war Mitglied der Medical society in New-York und der physikalisch-medizinischen Gesellschaft in Erlangen. Ein Bildnis von ihm existiert als erster Versuch auf Stein von J. P. Gerke. Georg alias Gumpert Levison, früher: Levi David Schnapper, studierte in England und Schottland, war mehrere Jahre Arzt am Londoner General medical asylum und errichtete alsdann im Auftrage des Königs von Schweden eine ähnliche Anstalt in Stockholm. Von Gustav III. zum Professor der ״Weltweisheit und Arzeneigelahrtheit“ ernannt, ging er nach Berlin und Hamburg, wo er sich am 4. Jan. 1786 (Hamb. St.-Arch. Hochzeitsprot.: 3. Klasse, 3 Musikanten, Alton. Gern.) mit ״Friederica des Hirsch Bauer Tochter“ vermählte und 1795 Arzt bei der schwedischen