Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2642950-2642966-2642968--1102-2644036- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
50 usw. auf dem neuen Friedhof vor dem Dammthor (s. unten u. Haarbleicher 219). 1745 19. Mai erfolgt ein neuer Ankauf zum Ottenser Friedhof. (Extract aus den Ottenser Schuld-Pfand-Protocollen Fol. 428: ״Anno 1745 den 19. Maii cediren n. überlassen hiermit erb eigen thümlich Maria, ehemahlig Johann Köllns Wittwe mit ihrem jetzigen Ehemann Hein Kölln als Beystand, Sodann auch Johann Caspar Schröder u. Hinrich Sievers in Vormundschaft gedachten Joh. Köllns beider Kinder, verkäuffern von den zu den Fol. 1699 beschriebenen gantzen Banhofe in Ottensen gehörigen Hahnenkamp. sechzig Fuss Acker Landes, von der Juden-Kirchhofs Plancke ins Osten gerechnet u. so breit bemeldter Kirchhof von Süden ins Norden, an Moses Aron u. Levien Samson Hertz et Consorten, als pt. Eltesten der Hochl. Juden- Gemeine in Hamburg für 2400 Merk courant an den Besitzer des Hofes jährlieh zu Martini Grundhauer von 12 Rtlr. nemlich 4 Reichs, in dänische Cronen u. 8 Rtlr. in Courant zu zahlen.“ Der Friedhof in Altona (Königstr.) auf welchem bis 1811 die Mitglieder beider Gemeinden ohne Unterschied beerdigt wurden, besteht seit 1660 und wurde 1668 erweitert. Die Kaufurkunde hierüber (Verz. d. Grundstücke d. Alt. Gera. i. Alt. Gern.-Archiv) lautet: ״Anno 1669 den 6^ August sind die jüdische Nation Eigenthümer des zu mehren Behuf Ihres Kirchhofes verhandelten Platzes vorhin Hornhoff genannt, die Maasse von 9 Ruthen befunden worden und zwar laut mit SaL Hinrich Thoden Erbe geschlossenen und anitzo von Nathan Moses und Nathan Arendts als Eltesten den Schutzverwandten Juden beim Protocoll producirten Kaufcontractes sub dato Altona 1668 den 2*en Juni, als wornach und zwar vor die annoch schuldige Summe den 500 Mk. liibsch Cour. Ihnen gedachter Nation solches quit und frei ohne einigen Anspruch (als Käufer) so sie abhalten wollen verkaufet und hiermit zugeschrieben worden. Anno 1672, den 30ten October, sind die nachständigen Kaufgelder der 500 Mk. lübsch Cour, von denen Eltesten der Schutz verwandten Juden, Jebandt Wwe. Sal. Tödten Erben Vormündern in Gegenwart Herrn Peter Oldenburg’s Rathsverwandten hieselbst bezahlet, also hiemit getilget.“ Eine weitere Yergrösserung erfolgte 1808 durch Ankauf von dem Nachbarn Benthien und 1810 nach der Kaupstr. hin. Bei der Trennung der Gemeinde erhält Hamb. 2/3, Altona 1/3 des Friedhofes. Der alte Friedhof in Wandsbek liegt hinter der Langenreihe. 1711 d. 23. Sept. (Hamb. St.-Arch. CI. VII Hf Nr. 5 Vol. 7) wird den Juden bei der Sternschanze vorläufig auf zwei Jahr ein Platz von 200 j_| Fuss zum Friedhof überlassen. Am 4. März 1713 bitten die Vorsteher Berend Salomon und Abr. Rothschild um die Erlaubnis, den Friedhof mit einer Planke zu umgeben. Den 20. Aug. schaffen die Juden einen eigenen Leichenwagen an und mieten vor dem Millernthor einen Saal, ״wo die Frauen seyn sollten, die ihre Todten kleiden.“ 1714 d. 14. Febr. heisst es in einem Aktenstück: ״Hierbey kann E. E. Rath unerinnert nicht lassen, dass man ihre gute Anstalten nicht genugsam rühmen könne.“ Am 19. Aug. 1715 wird der Platz an der Oelmühle, für den sie jährl. 60 Rchsthr. zahlen, auf ihre Kosten trotz der i