Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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34 der Juden-Hauser noch ferner zu erreichen u. es dabey nicht zu lassen, sondern mit Beraubung u. Zerstöhrung auch anderer zu continuiren, folglich die gantze Stadt mit Unruhe u. Aufruhr anzufüllen trachten werde; als habe E. E. Bäht angebogenes Mandatum allenthalben affiziren lassen, u. finde nöhtig, dass solches nicht nur morgendes Tages von den Cantzein in allen Kirchen abgelesen, sondern auch in den Predigten, bey solcher Gelegenheit, die grosse Sünde, das schwehre Verbrechen des Aufruhrs u. Ungehorsahms gegen eine von Gott vorgesetzte Obrigkeit, das Elend, worin dergleichen Aufrührer sich u. die ihrigen selbst stürtzen, u. die harten Strafen, die so wohl Zeitlich als Ewig darauf folgen, nach der Vorschrift des Göttlichen Worts, denen Gemeinen!־echt ans Hertz u. Gewissen gelegt u. vorgestellet u. dieselben zu friedlichem, stillem u. einemjeden, nach seinem schwehren Eydt u. Pflichten geziemenden Betragen nachdrücklich anerinnert, folglich auch hierdurch die unruhigen Gemühter in etwas wieder besänftiget werden mögen; damit E. E. Bäht dem Grunde u. Ursprung dieses Uebels desto besser nachforschen, auch, was etwa von den Juden für Anlass dazu gegeben sey, untersuchen u. gegen die schuldig befundene nach der Schärfe der Bechte verfahren könne. Gestallt dann E. E. Bäht zu E. Ehrw. Ministerio die Zuversicht hege, dass dasselbe nicht nur zu dieser Vorstellung sich willig finden lassen, sondern auch, aus eigener Besorgniss, seines Orts alles mit beytragen werde, was zu völliger Wiederherstellung der Buhe u. Sicherheit in dieser guten Stadt, u. also zu einem Christlichen u. geruhigen Leben unter einer Christlichen Obrigkeit gereichen könne.“ Doch nicht nur die handel״ und gewerbetreibende Bürger־ schaft und die Geistlichkeit, auch einige Offiziere zeigen sich den Juden gegenüber feindselig gesinnt. Ohne den Thatbestand zu untersuchen, beschuldigen sie die Juden, mit Steinen auf das Militär geworfen zu haben. So ״rapportieren 1. Capitain Bolioffs: Er hätte Capitain Schneider 4/ג vor 6 Uhr, vor dem Altonaer Thor abgelöset. worhiuauss viele Jaden gefahren. . . . 2. Cap. Harmsen: Dass ein Jude 2 seiner Officirer, Brandenborg u. Uhlmann tort gethan, u. vermuhte, dass aus Elias Metz Hause geworfen wäre. 3. Cap. Weisbach: Dass Er in der grossen Elbstrass an der Ecke seinen Posten gehabt, u. wohnete mitten in der Gasse ein Jude, Elias Metz, aus dessen Hause, oder nahe darbey, wäre auf seinen Schildwacht mit Steinen geworfen, nachgehends auch zwischen der Dragoner Patroulle, welche den Stein nach der Hauptwache gebracht, nach einer halben Stunde wäre wieder geworfen auf Cap. Ltitkens Leute. Ihr Magnif. der Herr Bürgermeister Sillem, wäre umb 12 Uhr des Nachts Selber dahin gekommen, u. in des Juden Hause gewesen, währender Zeit auf des Herrn Bürgermeisters Kutsche geworfen worden. 4. Cap. Sievers: Am Sonnabend Abend um 7 Uhr wären die Bepschleger Jungen über dem Dreckwall gegangen, u. wäre gegen Scheelen Gange über aus eines Juden Haus mit einem Stein auf Ihnen geworfen . . . Löbl. Colonel zeigt an: Dass der Wachthaltende Capitain auf der Hauptwache den Frey tag Abend, wie das Larmen zugegangen, nach dem Gebrauch die Trommel nicht rühren lassen“. Ueber den Auflauf selbst erfahren wir von dem oben erwäbnten ״Currenten-Meister“ Jacob Metzdorff unter dem 5. Sept.: ״Wie er gestern vor 8 Tagen aufm Stubben-Hürck, nach der Vorsetzung hin umbgesungen, er daselbst einige Matrosen (worunter er aber keinen gekandtj stehen, u. zusammen von denen Juden reden hören, welche dann ge-