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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1903-01-01 · 2 (1903) Heft XII · p. Seite 32

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1903
Issue
2 (1903) Heft XII
Date
1903-01-01
Page
Seite 32 (sequence 35)
Language
German
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32 8 Uhr mitten in die Gasse bey den Kohl Höfen, Deponentin Meinung nach, die Peter Strasse genannt, gekommen, ihr Deponentin gegenwertiges Thau mit einer Schnirre von hinten zu übern Kopf geworfen u. solches zugezogen worden; weil aber Deponentin, welche in dem einen Arm einen Korb mit Wein gehabt, mit der andern Hand in die Schnirre gegriffen, wäre solche zwar nicht zugegangen, indessen aber Deponentin von 2 Juden, die dieses Thau angefasset gehabt, u. die Schnirre zuziehen wollen, eine ganze Ecke zurückgezogen worden, als aber Deponentin auf ihre bede G-efehrte (welche mit einem Korbe etwas vorausgegangen) u. auf Hülfe gerufen, hätten die beden Juden das Thau los u. Deponentin utnb dem Hals liegen gelassen; andere vor denen Thüren sitzende Juden aber darüber gelachet. 2. Dass ein Jude ihr hinaufgefolget u. sie für Canaille u. H . . . geschölten, deswegen Deponentin aus Eyfer wieder gescholten, bis der Jude sie verlassen u. in ein Haus geloffen. 3. Dass sie keinen von denen Juden kennete, auch nicht eigentlich mehr wüsste, in welches Haus der Jude geloffen; weil sie voller Schrecken u. Eyfer gewesen; es auch schon im Schummern gewesen. Actum ut supra. Anna Stutin, 21 Jahre alt, Köchin bey Sr. Jürgen Holtzkamp, Bürger- Capitain, aus Oldesloh gebürtig, confirmirte obige Margaretha Dorothea Schultzen Aussage, mit der Veränderung, dass sie nicht eigentlich mehr wüste, obs vor 14 Tagen oder bereits vor 3 Wochen passiret wäre. Auch irrte sich die Schultzin darinnen, dass es [nicht] die Marckt-Strasse, sondern vielmehr die Peters-Strasse gewesen, so hätte Zeugin auch nicht gesehen, ob derselben der Strick von hinten zu über geworfen worden, weil Deponentin mit Andreas vorausgegangen. Dass 2 Juden-Jungen den Strick in Händen gehabt u. es losgelassen, hätte sie gesehen, aber nicht, dass sie die Schultzsche dabey zurückziehen wollen; doch wären die bey de Jungen ihr von der Mitte der Peters-Strasse bis schier an den Wall gefolget, u. hätten sie gebehten, dass sie ihr den Strick wieder geben mögte, so sie aber nicht thun wollen.“ Nicht weniger schwer belastet die Juden die folgende Aussage des ״Johann Niclas Westphalen, 54 Jahre alt, Gewürtz- Krahmer im Krahmon“: ״Vorm Jahre wäre ein alter Jude, den er aber dem Kamen nach nicht kennte, auch nicht weiter wüste, als dass er aufm Dreckwalle wohnte, vor seine Boutique auf der Holtz-Brücke gekommen, u. hätte ihm Chocolade zu kaufen angebohten, wie Zeuge nun geantwortet: Er brauchte dessen nicht, hätte selber welchen zu kaufen, hätte der Jude dennoch nicht ablassen wollen, sondern beständig angehalten, er sollte von ihm kaufen, u. immer etwas wohlfeiler gelassen, als zu anfangs; womit er so wohl zu 3 ä 4 mahlen wieder vor seine Bude gekommen, u. ihm so zu sagen die Waare fast andringen wollen; u. da Zeuge endlich losgebrochen, u. gesaget: er sollte vor der Bude wegscheren, oder er wollte ihm Füsse machen, wäre er so unnütze gewesen, hätte ihn für eine Canaille etc. gescholten, u. im Vorbeygehen vor der Bude allerhand spitzfündige Beden u. Minen gemacht.“ Am 6. Sept. meldet ein ״Currenten-Meister“: ״Wie Deponent vor ohngefehr 14 Tagen aufm Dreckwalle vor Bückers des G-ewürtz-Krahmers (als dessen Frau über der Erde gestanden) seinem Hause mit der Currente zugesungen, da einige Juden-Jungen, die hinter ihm gestanden, Pflaumen-Steine ihm in die Peruque geworfen, so er anfänglich nicht gemerkt, nachher aber etwas gefühlet; weil er nun diejenigen, so es gethan, nicht gewahr worden, hätte er auch keinen drauf fassen können; doch hätten verschiedene andere Leute, wüste nicht, obs Christen oder Juden gewesen, die Juden-Knaben aus einander gejaget. Kaum ein Vater Unser lang drauf hätte ein anderer Juden-Junge, hart

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