Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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20 jährlich 5000 Mk. zu zahlen imstande zu sein. ״Unsere bis aufs Blut erschöpfte arme Nation“ wehrt sich, ״weil, wie die Juristen sagen, Niemand, auch dem Teufel seine Verteidigung nicht zu versagen ist“, (Nr. 5, Vol. ia) gegen die abermalige ausserordentliche Abgabe von 15000 Mk., welche ihr ״trotz der Schilderung ihres Elends“ die Bürgerschaft auf bürden will. 1715 setzen sie, da sie durch die Pest sehr gelitten haben, nur 4000 Mk. auf 3 Jahre durch. Der Kontrakt läuft abermals stillschweigend zwei Jahre länger fort. 1720 muss die Gemeinde sich zu 5000 Mk. auf 2 Jahre und zu 150 statt 40 Mk. Spez. Aufnahmegeld verpflichten. Dafür wird wenigstens auf das Gesuch der Aeltesten (5. Aug. 1722) der Kaiser abgewiesen, als er unmittelbar nach der Krönung von jedem Juden über 13 Jahr eine ״Crohnsteuer“ von 1 Goldgulden fordert. (Lit. IA Nr. 18 Vol. lc, Haarbleicher 19; die Altonaer Gemeinde zahlt den 24. Teb. 482 100 Spez. Dukaten [Dibre].) Der Kontrakt bleibt bis 1725 in Kraft. 1725 wird die Jahresabgäbe für 5 Jahre auf 7000 Mk. festgesetzt. 1729 (St.-A. Vol. 5 ld 1) besteht die Altonaer Gemeindeaus 297 Kontribuenten zu der Summe von 66669 Mk., darunter sind 145 Kapitalisten im Besitz von 1500 Mk. und darüber, mit einem Gesamtvermögen von 5434300 Mk. Diese zahlen 1 °/0 hiervon, also 54343 Mk. Gemeindeabgaben. ״Das Completum von obigen 66669 Mk., welches 12326 Mk. beträgt, wird durch die übrige dreifache Zulage derer übrigen 152 Kontribuenten nebst obiger 145 Kapitalisten gleichmässigen Beytrage zu besagten 3 Zulagen berichtiget“. Die Hamburger Gemeinde besteht aus 160 Kontribuenten zu der Summe von 7103 Mk. 8 ß, darunter 16 Kapitalisten (von 1000 Mk. an) mit einem Gesamtvermögen von 501500 Mk., ihr Beitrag zur Kasse beträgt 1/2 % 2507 Mk. 8 ß. Die Wandsbeker (119 Kontrib. zu 5483 Mk.) haben 49 Kapitalisten (von 600 Mk. an), welche insgesamt 344900 Mk. besitzen und 1/2°/0 ~ 1724 Mk. 8 ß beisteuern. Die Besteuerung findet durch die Aeltesten, nach Aussage Jac. Isaks (s. unt.), 17311) auf folgende Weise statt: 1. Es zahlt jeder Hausstand von etwa 7—800 Mk. an Schutzgeld jährl. 18 Mk. 2. Jeder zahlt je nach seinem Vermögen an Schoss und y4 °/0, bei 1000—30000 Mk. von jedem 1000 7 Mk., von 30000 — 1, 2, 3 mal 100000 Mk.: bis 30000 (a 1000) die 7 Mk. und von dem Uebrigen a 1000 3 Mk. 8 ß. Jeder Jude muss alle 3 bis 4 Jahre unter Eid den Aeltesten sein gesamtes Vermögen angeben. 1730 bis 1739 zahlen die Juden, — 1731 etwa 600 Haus- *) 1731 wird die jährl. Gemeindesteuer in einer Gem.-Proklam. auf 4 Tlr. angesetzt.