Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 2 (1903) Heft XII
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2642950-2642966-2642968--1057-2643991- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5 Handarbeitsschule ein. Auf die geistige Ausbildung, auch der Mädchen, wurde viel gegeben. Glückeis Stiefschwester spricht französisch ״wie Wasser“ und spielt Klavier. Glücke! selbst zeigt sich im jüdischen Schrifttum ungemein bewandert. Was sie nicht aus eigener Lektüre kennt, ist ״ihr ins Deutsche übertragen worden/4 Ihr Elternhaus gehört allerdings zu den vornehmsten. Es ist mit dem Kabbiner David Hena in Friesland (später in Altona) verwandt, ihr Vater, Lob Pinkerle, leitet viele Jahre hindurch als Vorsteher die Gemeinde. Um dieses Amt waren Streitigkeiten entstanden; der Tod schlichtete sie. Es starben Lobs Antipode, sein eigener Schwager Elijah Cohen, und rasch hinter einander Pheibelman Chaj־ jim Fürst und der Gabbaj (Vorsteher des Armenwesens) Salman Fürst. Im Allgemeinen war das Leben in der Gemeinde wie im Haus recht friedlich und behaglich. Die Vorsteher schossen, wenn grössere Zahlungen zu leisten waren, die Beträge aus Eigenem vor, um die Gemeinde nicht zu belasten. Glückei hält diese Vorfahren ihrer Zeit — sie schreibt seit 1691 — als Muster vor. Sie preist die Genügsamkeit jenes Geschlechts, dem 3—400 Tlr. schon als eine hohe Mitgift galten. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse Hessen wenig zu wünschen übrig. Der König von Dänemark zeigte sich den Juden mild, und Hamburg bot ein reiches Feld für kaufmännische Bethätigung. Bald kamen aber Krankheit, Kriegsnot und schliesslich der härteste Schlag: die Austreibung der Juden aus Hamburg (1649). Die Altonaer Gemeinde bestand damals aus etwa 25 Haushaltungen. Der Wohlstand hatte sich bedeutend gemehrt. Chaj jim Fürst besass 20000, Gl.’s Vater 8000, mehrere andere 6000 Tlr. In Altona hatten auch die Hamburger Juden ihre Synagoge und ihren Friedhof. Mit diesen zusammen wohnten nun nach der Austreibung in Altona etwa 40 Familien. englische .Ble<־hst1('kt;n•• [Bleistifte >11111־, D. 11:1111b. Ausruf.