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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1903-01-01 · 1 (1903) Heft XI · p. Seite 77

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1903
Issue
1 (1903) Heft XI
Date
1903-01-01
Page
Seite 77 (sequence 77)
Language
German
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Judentochtor: Die Mutter kehrt den Kücken (M 208. 3t, Die Tochtm־ that neu Sprung, Sprang in ein enge (lasse. Dem Schreiber sprang sie zu. (M 209, 4) Ach Schreiber, liebster Schreiber, Schreib meiner Mutter neu Brief. . - . Schreib ihr in Gottes Namrn Eine Christin wollt ich sein (M 209. 7). Ach hübsche und feinste Jüdin, das kann fürwahr nicht sein . du musst dich lassen taufen, Mariannchen sollst du heissen. Herzallerliebste mein. (Bö. 64. 5). Nr. 057. Ausführliche Nachweise über die weite Verbreitung dieses aus alter Zeit stammenden Liedes s. EB III. S. 8. Eine Leihe von Rätseln wird dadurch in den Rahmen eines Liedes zusammeugefasst, dass es von ihrer Lösung abhängig gemacht wird, ob der Freier die Hand des fragenden Mädchens erhält, oder auch das Mädchen den Mann, wenn dieser die Kätse! aufgiebt. Ein Rest dieser einrahmenden Strophen, wie‘ z. B. EB Nr. 1004; Ach Jungfer ich will ihr etwas zu raten aufgehen, und wenn, sie es errät, heirat ich sie. ist noch in unserem Liede erhalten: ״Alejdol-leben. Krejn-leben, Ich hin gekummen a Räthenes fragen.״ Mehr von einander abweichend, sind die Strophen, die die Antworten einleiten: Wenn mips der Her!• nicht für ungut will, halten. 80 will ich ihm sagen den wahren Grund;jüdisch: ״ Narrischer Bochur, narrischer Trop, Du host nit kein Ssejehei in dein Km•!•‘ - I hr* Schiassstrophe fehlt unserem Lied. Eine Variante aus Halizien wird in der Zeitschrift Am Urquell VI. 69 mitgeteilt Die einzelnen Kätse! wechseln. Von den hier vorkommenden lassen sich nachweisen: der Kartcukönig dm• kein Land, das Wasser in den Augen, das keinen Sand hat, ferner das Haus oh tu• Tisch, das Wasser ohne Fisch mit verschiedenen Lösungen vgl LB;!. a <>.. Wossidlo, Mecklenburg. Vo lksüberlioferu 11 gen L Nr. 406. Lemke a. a. A. S. 152 Die unserem Liede eigentümlichen Kätsel zeichnen sieh nicht, gvra.dc dr.rcl! o 1 n e, 1 1! ן i i t d. Vnw II SSt. i r t ־ י i! 1!(der■ und glückliche Erfindung aus. z B. ״An obgcl »rennte Miln!׳r!s mu! a A!dd. An obgebrochene Lelfel is ohn a Stiel״ u. dergl , do<*h lassen Ach auch deutsch«• Parallelen beibriugen. die ihnen an Einfachheit nicht nachstehm gemaltes Feuer ist ohne Glut, eia gestorbener Bauer ist ohne Gut Elsäss. Volkslieder Ar. 24. Nr. 359. ..'s amohl gefohren a Herr mit a Knecht. Hut er n wu links un wu rocht‘‘ ist das Lied vom getreuen Scliildknecitt: Herr und auch sein Knecht. EB Xr 77, AI Xrv. 150—154 mit, Auer nicht unerheblichen Aenderungen. durch welche das schon im Original /.baulich dunkle Lied ganz unverständlich geworden ist. Der Her!• ist auf einet; Baum gestiegen und herabgestürzt. Töätlieli verletzt bietet ׳•r seinem Knecht als Lohn sein Pferd, seinen AVagen. sein Kind, sein Weib, was •dies diesem nicht genügt In den deutschen Fassungen ist der Knecht leichter zu; riebmig-steiit. Bei manchen Biedern kann man nicht gut von einer Entlehnung des Inhalts sprechen, weil sie eben keinen zusammenhängenden Inhalt halmn. ־> lassen sich jedoch in ihn011 aus verschiedenen Liedern entlohnte Br.irhvü.-ko nachweisen. Dazu gehören die Lieder Xr. 170 und 171. zu deren gemeinschaftlicher zweiten Strophe: ״Schwarze Karscheu reissen mir. Kejrh•* mir stejhn, Schejne Bochur im nehmen mir. Aliese losen mir gejhu״. zu vm•- gleichen sind aus dem ml jetzt zu einem Ivi 11 dorre im gewonlme!! 'L'anzlied: . . die roden (blauen) Blomen plück ich gern. De witten!roden; iatr ik stau. De Junkgesellen küss ik gern, De ulen lat ik gan. EB Xr. 985. M Xr B >43, und: Rothe Kirschen ess ich gern, Sehwarze noch viel lieber . ,Jungt* ibmdb•!! küss ich gern. Alte stoss ich nieder. Zeitschr. des Vor. f. VoikAx. 9. 391. W Nr. 1041. Die beiden vorletzten Zeilen bilden auch den Anfang oines Tanzliedcheus bei Eskuche. a. a. 0. 200. In dem ans zwei in Form und Ton ganz verschiedenen Teilen zusammengestückelten Hochzeitslied Nr. 260 erinnert der Anfang des zweiten: ..Lojbt.4♦* Bäder. Gilderne Räder. Abele brumm, Selikl stumm. Dreih sich die Kaie Dreimol arurn!“ in Reim und Rhythmus an das elsässische: Guguk im Hä feie, km mers nit um! EB Nr. 1020, desseu uralte Melodie mit der jüdischen zu vw-

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