Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 1 (1903) Heft XI
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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76 4'hat nichts anderes als das Lied von des Ehemanns Rückkehr von FLW Meyer. das 1790 zuerst im Druck erschienen und in vielen Varianten volkstümlioh geworden ist. Ich ging in meinen Stall. Da sah ich ei. ei, eil An der Krippe standen Pferde. Eins, zwei, drei! Eß III, S. 872. Da ich das Meyersche Gedicht (das wohl eine Nachbildung eines von Hofimann u. Richter, Schles. Volkslieder Nr. 195 zitierten Liedes aus einer schottischen Sammlung von 1769 ist; nicht vergleichen konnte, sei nur festgestellt, das von den fünf verdächtigen Dingen, die der betrogene Ehemann in der jüdischen Version findet, mit Eß Nr. 900 und Wolfram, Nassauische Volksl. Nr. 270 drei stimmen: Pferde, Säbel, Mäntel, und von den Erklärungen, die die ungetreue Frau von denselben giebt, zwei: Milchkühe und ßratspiesse. Der Refrain 0 Wind. 0 Wind, 0 Wind findet sich im Schles. Volkslied Nr 195. Das den Herausgebern unverständliche ״Bett- Manaren“ ist offenbar mit dem russischen rnanera zusammengesetzt und bedeutet ., Bett wärmer. “ Hier liegt also eine Entlehnung aus jüngster Zeit vor, wie sie sonst nur bei den Kinderliedern vorkommt. Nr. 056 ist eine Kontamination der Lieder von der Judentochter und von den zwei Königskindern. Diese Vermengung ist nicht erst im jüdischen Volksmunde erfolgt, sondern deutschen Ursprungs, s Bö (= Böckel, Volksl. aus Oberhessenj 8. 115. dem ein solcher Text von der Bergstrasse vorlag. In Ermanglung einer solchen kombinierten Fassung müssen wir das vorliegende mit den beiden einzelnen Liedern vergleichen. Str. 1. ״Hinter Pollen wohnt a Jid Mit a wunderschejne Frau, Ihre Bor schejn geflochten. Derzu schejn geschochten (?'); :,: Sie tanzt gor iberwoikl Es war eine stolze Jüdin, ein wunderschönes Weib, Sie hatt’ eine schöne Tochter. Ihr Haar war schön geflochten. Zum Tanz war sie bereit.“ Judentochter. Bö Nr. 64, M Nr. 208, 209, KW S. 170, 1. 2. ,,Mutter, liebste Mutter, Die Kepele thut mir wejh, Los mir ein kleine Weile Af'11 Strass spazieren gejhn V Ach Mutter, liebste Mutter, Mein Kopf thut mir so weh. Lass mich ein kleines Weilchen. Spazieren auf grüner Heide, Eh wir zum Tanze gehn. Judent. M 209, 2. EB Nr. 84!!0; 98a; 98°. KW 170. 2. Damit beginnt aber auch das Lied von den zwei Königskindern bei EB Nr. 84b; 84 b M Nr. 58. In den vollständigeren Fassungen des letzteren Liedes ist dies die 4. Strophe: M Nr. 57, KW S. 468. oder die 5.: M Nr. 60. U Nr. 91. Diese gemeinsame Strophe hat zur Vermengung der beiden Lieder geführt, und so folgen jetzt: 3 4. ״Tochter, liebste Tochter, Allejn kenustu nit gejhn; Nehm dein jingste Schwesterl. Mit ihr kennstu gejhn! Mutter, liebste Mutter, Mein Schwester is a jung Kind; Sie thut reissen die Blumen, Wos afn Strassen sind.“ Ach Tochter, herzliebste Tochter. Allein sollst du da nit gehn. Weck auf aeme jüngste Schwester Und lass sie mit dir gehn. Ach Mutter, herzliebste Mutter, Meine1 Schwester ist noch ein Kind. Sie pflückt ja all die Blumen, Die in dem grünen Wald sind. Königsk. U 91. 6, 7: KW 468, 5, 6; M 57, 5, 6: 60, 6, 7. Strophe 5 ist Wiederholung von 2 6. 7. ״Tochter, liebste Tochter, Allejn kennstu nit gejhn, Nehm dein jingsten Bruderl, Mit ihm kennstu gejhn! Mutter, liebste Mutter, Mein Bruderl is a .jung Kind. Er thut reissen die Blumen, Wos dos is a grejsser Sind! “ Königsk. U 91, 10, 11; KW 468. 8, 9; M 57, 8, 9; 60, 11—12: die zweite Strophe endigt: er fängt ja alle die Hasen, die in dem grünen Wald sind. 8. 9. ״Die Mutter lejgt sich schiefen. Die Tochter derlangt a Sprung; Sie springt iber eiserne Graten Gitter). Der Schreiber thut auf ihr warten. :.: Sie springt zum Schreiber zu Schreiber du liebster, Schreiber du mein, Wrie kenn dos meglicli sein? Wenn du west sich ibertaufen. Marie Magdalene west-u hejssen, Un mein Frau westu sein.“