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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1903-01-01 · 1 (1903) Heft XI · p. Seite 75

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1903
Issue
1 (1903) Heft XI
Date
1903-01-01
Page
Seite 75 (sequence 75)
Language
German
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75 ״Nein, Mutter, nein“ findet sieh in dem sonst abweichenden Lied aus Siebenbürgen EB Nr. 843. Nach demselben Muster gebildet ist Nr, 249, wo aber als Motiv der Ablehnung der jüdische ״Jichus“־Stolz auftritt: . . ״Kein Schuster will ich nit, A Schusters Tochter bin ich nit, A Schusterin sein kenn ich nit!“ Schliesslieh wählt das Mädchen einen ״Reben“: ״A Rebe far ein Mann will ich doch, A Rebezin sein kenn ich doch. A Rebezin’s Ejnikel bin ich doch!“ Nr. 271. 272. ״Es hot sich getroffen asej un asej — A Mann hot awekgeworfen a junge Frau; Er is awek in a weite Medine, Die junge Chanele is geblieben a־n־Agune.“ Das alte weitverbreitete Lied von der Liebesprobe: Es stund eine Lind im tiefen Thal. Eß Nr. 67, ü Nr. 116, KW S. 44, M Nr. 54-56, Zurmühlen Nr 34. Aus dem Geliebten ist ein Ehemann geworden, auch sonst sind die jüdischen Fassungen stark entstellt, so ist •in Nr. 271 in der zweiten Strophe anstatt von der Rückkehr des in die Ferne gezogenen Ehemanns von einem Briefe die Rede, dessen Inhalt man nicht erfährt, worauf dann ganz unvermittelt der Dialog zwischen dem Ehepaar folgt. Der Inhalt dieses Gesprächs ist wie im deutschen Liede der, dass der Gatte sich der Frau zu erkennen giebt, nachdem er vergeblich versucht hat. sie durch Geschenke zur Untreue zu verleiten. Zur Vergleichung seien die am meisten übereinstimmenden Stellen angeführt: o Nr. 271, 4. ״Zi hostu Tep, zi hostu Fannen, Zi hostu Kinderlech vun fremde Mannen? Nit ,ch hob kejn Tep, nit ,ch 110b kejn Fannen, Nit ’ch hob kejn Kinderlech vun fremde Mannen.“ Nr. 272, 5. ״Zi hostu Klejder, zi hostu Nadan, Zi hostu Lust zu ein fremden Mann? Ich hob Klejder, ich hob Nadan, Ober ich hob kejn Lust zu ein fremden Mann!“ Nr. 271, 7. ״Ich wel dir geben a Tichele, Wos soll sich waschen halber-weiss; Die Tichele wel ich dir schejnken. As noch dein Mann sollstu nit bejnken!“ M Nr. 56, 9. Sind dir denn dein Vater oder Mutter gram, Oder hast du heimlich einen Mann? 10. Mein Vater und Mutter sind mir nicht gram. Ich kenn auch heimlich keinen Mann. M Nr. 54, 8. Was zog er aus seiner Taschen? Einen Schleier schneeweiss gewaschen. Den will ich dir Mädchen schenken, Das du sollst an mich gedenken. Nr. 56, 19. Was zog er aus seiner Taschen? Ein Tuch schneeweis gewaschen. Nr. 271, 9. ״Ich wel dir geben a Nr. 57. 6. Was zog er von seinem Ringele, Finger? Wos wet wegen verzig Lejt . . .“ Von rothem Gold ein Ringel. Nr. 288. ״Kumm ich zu mein Stall arein — Ach un wind un wejh! Ferd stejhen, ejns un zwej un drei, Frag ich mein liebste Frau. Wos far Ferd seinen do? Sogt sie: Milch-kih seinen do, Mein Mutter schickt dos mir! Ach, ach, ach, wind, wind, wind. Milch-kih mit hejehe Sottlen! Ich bin der Mann Schener un besser kenn schoin nit sein!“ Schon von den Herausgebern, die sich sonst über diesen Punkt nicht auszusprechen pflegen, als deutschen Ursprungs bezeichnet. Sie schliessen dies aus den verstümmelten deutschen Worten, die in den Varianten dieses Liedes Vorkommen sollen, von denen sie jedoch kein einziges mitteilen. Es ist in der

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