Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 1 (1903) Heft XI
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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74 Gezeig, Chap mir aus vun Jam die Fisch, un in Jam sollen sej bleiben, Mach mir asa Lejter, zu dem Himmel soll er steigen . . .“ Bruchstück aus den beiden häufig verbunden auftretenden Liedern: Von den Winterrosen: Es wollt ein Megdlein Wasser holen bei einem kühlen Brunnen, EB Nr. 117, M Nr. 315—320, und Von unmöglichen Dingen, wo Knabe und Mädchen einander unlösbare Aufgaben stellen, EB Nr. 1090—1094. Statt des Bären soll eine Kuh lesen und schreiben lernen M Nr. 1331, statt der sieben Hemden wird ein Hemd aus Lindenlaub verlangt M Nr. 1330, sieben Wiegen, ohne einen Schnitt daran zu schneiden EB Nr. 1091, drei Wieglein ohne Hammer, Säg’ und Beile, Ditfurth, Fränk. Volksl. Nr. 58, in den übrigen Liedern nur eine Wiege. Die Leiter zum Himmel EB Nr. 1090—1094. M Nr. 1327, 1329, 1322. Aus einem verwandten Liede stammt die Schlussstrophe von N1*. 83, die dort gar nicht am Platze ist: ״Wu nehmt men asa Lejter, Wos soll halten zehn Ejlen, Wu nehm ich asa Mentschen, Wos soll Steren zejlen?“ Vgl. aus den zuletzt angeführten Liedern: und sol ich dir die sterne zeln, die an dem himel scheinen, so mustu mir ein leiter baun, dass ich darauf ktind steigen. Nr. 172. Nr. 165. ״Schejne Mejdele, feine ״Klimmt der lieber Summer Mejdele, Kumm spielen in Ballen! Gejhen mir in Baren. (?) Seh Tate(le), seh Mame(le), Der Jingele will mir naren! Nehm a Steckele, gib iber'n Kepele, Nehm a Steckl, Klap take in Kepl, Wet er sich awekscharren!“ Wet er dir nit narren!“ Diese Verse, denen andere nicht zu ihnen passende in Nr. 172 vorangehen, in Nr. 165 folgen, rühren aus einem grösseren Liede her, von dem wir eine vollständigere Fassung in Form eines Gesprächs zwischen Jüngling, Mädchen und Mutter aus Brody mitteilen können, die noch aus dem 18. Jahrhundert datiert : ״Schein Meidale. Klein Meidale, Ech wel of dir harn (warten). Hei Marne Der Buchar wil mach närn! Nem a Schtekale, Schlug in Kepale, Mach dach nischt wisn! Schein Meidale, Klein Meidale, Kim zim Schepn! Hei Marne :,: Der Buchar wil mach fepn! (foppen?) Nem a Schtekale u. s. w.“ Das zugrunde liegende deutsche Lied scheint verloren, sein Vorhandensein wird aber durch die Kinderlieder bezeugt, in denen offenbar an die Stelle des Versuchers ein harmloses Gänschen getreten ist, so BK 647, 649, St Nr. 309, Si Nr. 622: Ei Mütterlein, lieb Mütterlein, das Gänslein will mich beissen. Nimm ein Gabel eben, Schlags aufs Schnäb eichen, so wirds dich nimmer beissen! Vernaleken u. Branky, Spiele u. Reime d- Kinder in Oesterr. Nr. 20: . . Nimm a Staberl, Hau’s aufs Schnaberl. Wirds di nimmer beissen. Nr. 246, 249. Die zahlreichen Lieder, in denen das Mädchen die verschiedenen Stände und Gewerbe mustert, um aus ihnen einen Mann zu wählen, lassen sich in mehrere Gruppen sondern, vgl. Hauffen in Zeitsehr. f. österr. Volksk. 1, 330 ff. Nr. 246: ״Tate, Marne, fohren in Wolkemir, Westu sehn a feinem Chossen, brejng far mir! Efscher willstu a Schuster far a Mann? Nejn, Marne, nejn! Ä Schuster far a Mann will ich nit, Dratwe (= Pechdraht) ziehen kenn ich nit“ u. s. w. gehört zu der Gruppe, wo dem Mädchen kein Beruf passt, weil sie als Frau eine ihr nicht zusagende Arbeit verrichten müsste, Ebenso EB Nr. 841, M Nr. 923, 925, 926, Wolfram, Nassauische Volksl. Nr. 260 Hruschka u. Toischer. Volksl. a. Böhmen S. 205, Zurmühlen (Norrenberg)־ Niederrhein. Volksl. Nr. 98. Dieselbe Form hat ein kleinrussisches Kinderspiel liedchen aus der Bukowina Zeitschr. f. österr. Volksk. 8, 315 f. Im jüdischen Lied ist noch der Beruf des ״Melamed“ hinzugekommen. Wofür sich das Mädchen zuletzt entscheidet, erfährt man nicht, da der Schluss fehlt. Der Refrain,