Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 1 (1903) Heft XI
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2642950-2642966-2642967--1034-2643967- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
73 Nr. 127. ייBiD icli mir a Jidele. Bedarf ich a Weib hoben; Wollt ich wellen wissen, wie mein Weib wet liejssen? Chaje Rochl 11011 hejsst mein liebe Fro! . . . Bedarf ich a Kind hoben . . . Bejlo Hindel Hejsst mein Kindel u. s. w.“ Köhler, Volksl. v. d. Mosel u. Saar Nr. 151. ״Hin derartig verbreitetes Lied, dass es kaum lohnt, die näheren Nachweise zu ״,eben.״ Iler Kinder- Spruch vom Hausbestand zählt das Besitztum einer Familie nach ihren Gliedern und Dienstboten, ihrem Hausrat und Viehbestand mit• eigentiimliehen nach ihren Eigenschaften und Thätigkeiten gebildeten Namen auf. Von der Aufzählung des jüdischen Liedes finden sich in den Fassungen bei Böhme, Volkstümliche Lieder der Deutschen Xr. 1264 bis 1266 Kind. Pferd und Ziege wieder, die inhaltliche Beziehung der Namen auf das Bezeichnet© ist jedoch im Jüdischeu schon ganz verschwunden, soilass manche ganz sinnlos nur dem Keim zuheb gebildet scheinen, z. B. ״ A!-dal hejsst׳ die Stall, Pintl-Mirl hejsst die Dirl“ (Wohnung), nur bei ,,Kose do Wose hejsst der Wogen“ liegt wohl russ. woz (Wagen) zugrunde. Lebrigens ist auch in den Namen: Knall und Fall heisst mein Stall, Fluch und Trug heisst mein Pflug bei Köhler Nr. 151 keine derartige Beziehung mehr heraiiszufinden. Als sprechende Person tritt überall das Weib auf, z. B. KW S. 800. Si S. 262: Als ich ein armes Weib war, Zog ich über den Rlnuo, Beschert mir Hott ein Hühnelein u. s. w. Nur das Lied bei Böhme a. a. 0. Nr. 1260 aus dem \a>d1tragsbande zum Wmiderhorn , LV. 214 beginnt: Ihr Leut, ich bin Nu armer Mann. Ebenso Schuster. Siebb. sächs. Volksl. S. 864. Feber das Alter und die Herkunft dieses Spruchs s. 11 S. 156 tf. Nr. 129. ״Spielen mir in Kästeiach. Gejhr araus a Huhu. Huhn, wus gibstu zu? Ich gib mein Ej! Die Huhns Ej, Spielen mir wieder zwei . . .“ Dann folgt: ״Dem Hohns Krejh. Die Gaus's Kop. Dem Endig"s!Truthahus) Krop u. s. w.“ Diese Zählgeschichte stimmt dev Form nach zu der ״Was dies zu einem Kittel gehört.“ EB III, Nr. 1747: Ich wollt mir zu meinem Kittelcheu sammeln, Da kam ich zu einem Hahn gegangen, Sprach: Lieber Hahn, gib auch dazu. Der Hahn der sprach: wills gerne tliun. ich will dir geben meinen Kamm dazu. Ei. so haben wir Hahnes seinen Kamm u. s. w. Die sodann hier und BK 1262 Si Nr. 951. KW S. 805, Zeitschr. d. Vor. f. Volksk. 5. 287 f. aufgezählten Dinge sind ähnlich wie im Jüd Flühnerzipf, Gänsekragen, Enten- Schnabel u. dergl. O Nr. 130. ״Zehn gute Br i der seinen mir ge wen. Hoben mir gehaiuhdt mit, mit Wein, Is vun uns geworen mehr nit wie nein.־־ Dieses Lied (die angetretene Anfangsstrophe: ״Schmerl mit der Fiedel 11. s. w.“ gehört nicht dazu und kommt sonst selbständig vor, vgl. Mitt. H (1898) S. 48 Nr. 49) beruht auf dem bekannten Liede von den zehn kleinen Negerlein , das wohl eine 10׳)(•;•- Setzung des englischen: Ten little nigger boys Goiug out tu dine, ist. Nr. 131. ״Hob ich a Por Ochsen, Ochsen. Wos soj brocken Lokschen. Ach Wunder, Lieber Wunder, Wie die Ochsen Brocken Lokscheu. l)os is mir a Wunder“ u. s. w. Lügenmärchen, wie EB Nr. 1101, 1109, Mi 1315, 1816. nur sind die aufgezählten Wunderdinge verschieden. Der Refrain ist natürlich entstellt aus : Wunder über Wunder. Das für ein Kinclerlied wenig passende Wunder; ״Hob ich a Por Mejden Wos sej Kinder wiegen,־־ erweist sich schon durch das Fehlen des sonst streng durchgeftihrten Keimes sowie dadurch, dass der eine Vers in richtigerer Verbindung in der vorhergehenden Strophe: ,.Hol) ich a Po!־ Ziegen Wos sej Kinder wiegen“, vorkommt, als ungehöriges Einschiebsel. Nr. 147. ״Gejh ich mir zu dem Brunnen Wasser araus ziehe, 8 tej ht dort a, Mejdele — ich kenn sie nit bekummen: Chap a Bär vun Wald un lern ohm aus schreiben, Ot damolst, damolst westu meiner bleiben 1 Nejh mir aus sieben Hemder ohn Leiwind un ohn Seid, Mach mir sieben Wiegen ohn Holz un 01m