Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1903
- Issue
- 1 (1903) Heft XI
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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71 heisst es endlich: a uTite Marne ich und Volkspiele) Nr. 448 und Der richtige Berliner, 3. Aufl. Nr. 68a kombinieren lässt, gelautet haben: TJhre 7. Wird er gerieben, Uhre 8, Wird er gemacht, Unre 9, wird der Kaffee fertig sein. Nr. 92. ״Ochs Ejlen, Tint un Wasser. Vun wannen Soll ich leben: Mein Voter is in Foiften, Er foift alle Morgen Ein Trifel-trafel, Alter Dudelsack. Vgl. Ene mene Tintenfass, Geh nach Schule und lerne was, Was soll ich lernen? Lerne was dein Vater kann. Mein Vater ist ein Pfeifer. Pfeift alle Morgen, Klingt wie me Orgel. Uckermark. Abzählreim. Zeitschr. des Vereins f. Volkskünde 8, 414, Nr. 42. Zum Schlüsse vergleiche den Schluss einer Variante aus Pommerellen: Das geht immer klipp-klapp, 0 du alter Dudelsack. Fr Nr. 620. Nr. 101. ,.Alter Jedile, kalter Jedile, Kriech arop vun Ejwenl Ich hob dir gebracht A Hitei zu verkejfen! Ich bin alt Un ich bin kalt, Un ich wel dos nit kejfen!“ Nachdem dem Alten noch eine ״Kapot-e“ (langer Rock) vergebens angeboten worden ist, wird ihm ein ״Mejdele“ zum Kaufe angetragen, worauf er erfreut eingeht: ״Ich bin jung, Un ich thu a Sprung, Un ich wel dos kejfen!“ Eine weibliche Fassung dieses Liedes aus Galizien, von der mir nur ein Bruchstück bekannt ist, beginnt: Spring arup. Tochter vin'm Oiwen״, und endigt nach Ablehnung verschiedener dem Mädchen zum Kaufe angetragenen Gegenstände mit der freudigen Annahme eines Bräutigams. Etwas verändert ist die Form in Nr. 244: ״Marne, wu gejstu? Tochter, wos willstn? Willstu nit a Por Schichelach hoben? . . Nejn Mann1 nejn! Hejsst a schlechte Marne ich hob: Sie wejss nit, wos ich mojn!־־ Nach dem vergeblichen Angebot von Kleid, Hut und Strümpfen ״Willstu nit a Chossele hoben? . . Ja. Marne, ja! Hejsst hob: Sie wejss schoin. wos ich mejnO Im weit verbreiteten deutschen Liede EB Nr. 838. M. Nr. 834, 837, 838, Zeitschr. f. österr. Volksk. 1, 136 f. heisst es: Spinn, spinn, meine liebe Tochter, ich kauf dir ein Paar Schuh u. s. w. Die Tochter ist zwar mit allen angebotenen Dingen einverstanden, erklärt aber immer: Ich kann ja nicht spinnen, mir thun meine Finger so weh! Erst als sie vernimmt: Ich kauf dir einen Mann, ruft sie: Ja, ja, liebe Mutter, Den möcht’ ich gerne hau, Nun will ich brav spinnen, Nun thut mir mein Finger auch gar nicht mehr weh. Die Ablehnung der Geschenke findet sich wie im jüdischen auch in einem isländischen Volkslied: Um Gotteswillen kaufe sie nicht. Erst als der Vater dem Mädchen einen Jüngling mitzubringen anbietet, ruft sie aus: Um Gotteswillen, kaufe mir deren drei! Zeitschr. d. Vereins f. Volksk. 4, 410 ff. Nr. 102. ״Alje-ljulje Joste, Wieviel Vejgelech hoste? Ich hol) ejn Taub, Die Taub brejngt mir Korn, Mit die Korn back ich Brejt, Die Brejt gib ich die Hindelech, Die Hindelech. legen mir Ejelech. Die Ejeleeh verkauf ich, Un die Geld versauf ich.“ Die zahlreichen Varianten und Kontaminationen des jüdischen Liedchens: Mitt. I, S. 42 und 58. II, 77. Urquell IV, 233, beginnen meist: ״Eli beli Joski־‘. In den Anlauten der Anfangsworte ist noch eine Spur der deutschen Wunderverse enthalten, die als Anfang verschiedener Liedchen, und darunter auch des hier in Betracht kommenden Vorkommen: Engel, Bengel, lass mich leben: ich will dir einen schönen Vogel geben, z. B. BK Nr. 1522—24. 8i N1940 .־. Die nächst verwandte Fassung der folgenden Verse findet sich bei Kn {— Knothe. Wörterb. d. schles. Mundart in Nordböhmen) S. 205 f.: Vüchl git mer Strub . . Drascher gän mer Kernlan, Kernlan gä ich am Müller, Müller git mer Mahl, Mahl gä ich am Bäcker, Bäcker git mer Brut, Brut gä ich a Hindern, Hinder lejn Ajer, Ajer verkauf ich, ,s Geld versauf ich. Nr. 104. ״Madam Piten 1s geritten Afn weisseu Ziegenbock; Hene die grobe Is gegangen tanzen, Hot sie verloren dem ünterrock.“ Vgl. dazu den alten Brauttanz bei Fr Nr. 943: Unser Kanter kam geritten Auf dem alten Ziegenbock, Hat sich mit sein Weib gestritten Um den bunten Unterrock.