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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 2 (1902) Heft X · p. Seite 139

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
2 (1902) Heft X
Date
1902-01-01
Page
Seite 139 (sequence 60)
Language
German
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139 Centre oü flottait le Rouach des Eloim etc.“ Diese Theosophie drang frühzeitig in die aegyptische Magie ein, und aus dieser schöpften später der Neuplatonismus und der Gnosticismus, welchen der Talmud auf das Schärfste bekämpft. Erst nach einem Jahrtausend gelangt sie auf Umwegen in das Judentum, indem sie sich ein Kind der alten jüdischen Tradition ״Quabbala“ nennt. Bei den Gnostikern und Neuplatonikern steht das Pentagramm im Vordergründe als die Gestalt der Gottheit, deren Kopf und Extremitäten je ein Dreieck darstellt, als ein Symbol der Emanation. Das Hexagramm geht einen Schritt weite!’, es deutet an, dass die obere und die untere Welt einander bis in die Einzelheiten genau entsprechen. Diese Lehre, die sich allmählich über den ganzen Orient verbreitet, bringen die Templer nach Frankreich. Nach ihrer Aufhebung auf Grund der Anklage des Götzendienstes fand man in ihrem Nachlass u. a. neben dem Pentagramm auch das Hexagramm. Es ist kein Zufall, dass gerade um diese Zeit und in derselben Gegend die Qabbala entsteht. [Saige, Les Juifs du Langued’oc zeigt, welch innige Beziehungen zwischen Templern und Juden bestanden haben.] Die Figuren der Templer (vergl. Hammer-Purgstall in den ״Denkschriften der k. k. Akad. zu Wien 1876) erinnern auf den ersten Blick an die ״Kelalim“ der Qabbala. Das Mann-Weib Baphomet (im Zohar אבא ואומא!), eine bärtige Frauengestalt, nach der Anklage der Obergötze des Ordens, ist nichts anderes, als der kabbalistische Ausdruck für die Vereinigung des männlichen und weiblichen Prinzips in der Gottheit [und diese stellt das Hexagramm dar s. Jahrb. 19011. c.]. Der Bart des ״Arik- Anpin“ spielt in der Qabbala als ein Hauptweg des ״Sefa“ (Ernanation) eine wichtige Rolle. Auf einer der Figuren wächst aus dem Schoss einer grösseren eine kleinere Gestalt. So entspringt dem Busen des ״Abba weumma“ der Kopf des ״Ze^ir-Anpin“. Die Templer geben dem Pentagramm, die Juden dem Hexagramm den Vorzug nach der Lehre בעין עילאה תחאה: die sichtbare Welt (עלמין דאתג;יין) entspricht genau der unsichtbaren (עלמין דלא אתגליין). Das Kleid der Gottheit besteht aus 3 oberen und 7 unteren, also zusammen 10 ״Sefirot“. Die 3 oberen: תבונה ,חבמה ,כתר bilden den Kopf, die übrigen 7 gehören einer niedereren Ordnung an und bilden die Hülle des Körpers (כשנשברו הבלים לא נשברו אלא הז' התחתונות מלבות :(ילא דג' הראשונות den Hals (die Kehle, welche die Stimme erzeugt), הסד und גבורה die beiden Arme, תפארת den Leib. נצה und הוד die beiden Füsse und יסוד das אות ברית קודש (s. Tiqqune Zohar, Anf. der 2. Einl.). Die Kabbalisten haben hierfür folgende Figur:

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