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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 2 (1902) Heft X · p. Seite 124

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
2 (1902) Heft X
Date
1902-01-01
Page
Seite 124 (sequence 45)
Language
German
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124 selbst vor allem darf das Siegel (אמת) nicht fehlen (Joma 69 b u. s.). Mit welchen Emblemen mau sich die Siegel der biblischen Personen nach Art des damals allgemeinen Gebrauches solcher Siegelringe (vgl. Löw 37) versehen dachte, ergiebt sich aus den Münzen, die man ihnen andichtete, und welche, wie in einem Falle sicher bezeugt wird (Löw 43: Münze mit einem Löwen gegen Podagra), schon damals, wie mehrfach heute noch, als Amulete dienten. Die Abrahammünze (Gen. r.I39, Baba k. 97b, Löw 210f.) zeigt (vgl. noch Gen. 12, 2) auf der einen Seite einen Greis und eine Greisin, auf der anderen einen Jüngling und eine Jungfrau, die Josuamünze (nach Dt. 33, 17 u Jos. 6, 27) Av. einen Stier, Rev. einen Büffel, die Davidmünze (nach 1. Sam. 17, 42. 1. Chr. 14, 17 u. Cant. 4, 4) Av. Stab und Hirtentasche, Rev. einen Thron, die Mordokhajmünze (nach Esth. 4, 1. 8, 15. 9, 4) Av. Sack und Asche, Rev. eine Krone. Auf den Münzen von Jerusalem soll Av. David und Salomo, Rev. Jerusalem zu sehen gewesen sein. Ein Bild Jerusalems, vielleicht ähnlich dem von Susa auf dem östliehen Thore des Zerubabelschen Tempels (Löw 12), trugen auch die Frauen als Schmuck (das. 43). Selbst Embleme auf Grabsteinen scheint die Haggada bereits zu kennen (vgl. Rasi zu Jos. 24, 30), so eine Sonne auf dem Grabe Josuas. An der Aufstellung einer Bildsäule des Perserkönigs in der Synagoge zu Schafjatib nahm man keinen Anstoss (Ros hasana 24b). Im Tempel zu Jerusalem stand ein goldener Weinstock (Misn. Middoth III 8). Einen solchen schenkte auch Aristobul dem Pompejus. Er war noch weit später in Rom zu sehen (Joseph.-Ant. XIV, 2, 1) und regte wohl, wie der goldene Leuchter, zu Nachbildungen an (s. unten ״Weinstock״). Die Fahnen der zwölf Stämme schmückte die Dichtung mit allerhand Figuren (Epstein, Beitr. z. jüd Altertumskunde 87f., s. jüd. Fahnen sonst bei Podiebrad, Kohut, Globus 1892 S. 236 und im Alton. Museum). Vor allem zeigen aber die jüdischen Münzen mit ihren Emblemen, dass man solche, selbst wenn sie der heidnischen Symbolik entnommen waren, nicht beanstandete. Die spätere Zeit bringt die Zodiakalsiegel hinzu, welche das Tierkreiszeichen des Monats trugen, in welchem der Besitzer geboren war (Löw 55). Siegel- und Grabsteinbilder stellen des Öfteren Namen, Abstammung, mitunter auch Beruf dar. Münzen, deren jüdische Herkunft bisweilen selbst da nicht gewiss ist, wo sich nur eine hebräische Legende zeigt1), auf Abraham, Isak, Mose2), ף Die Adam u. Eva-, Kain und Abelmünzen n. a. sind christl. Ursprungs. 2) Eine silb. Mosemiinze: Av. Mose mit Hörnern, doch abweichendem Typus, משח״ Aloise Ex. 15“. Umschrift: ״Der Her ist mein sterck un lobsang un ist mei heil“. Rev.: in einem Quadrat ילא יחיה לך וגן״ darum: ״Du solt kein ander Götter neben mir h[aben].״ Unten: Laus diligens uxor est viro i. d. Samml. Jos. Ritter, Hamb.

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