Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 2 (1902) Heft X
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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121 ״Zeit“ in dem oben erwähnten italienischen, oder zur ״glücklichen Stunde“ in dem von Bunker Z. Ver Volksk. 8188 י ff. mitgetheilten heanzischen, wozu Weinhold auf das ostpreuss. Märchen vom Burschen, der die gute Stunde sucht, Altpr. Monschr. 35, 145 ff. verweist. In den deutschen Märchen ist es meist ein Vogel, der befragt wird: KHM No. 165 heisst er Greif, KHM III zu No. 29 Phönix, hei Curtze, Volksiibrlieferungen aus Waldeck No. 14 Pfau, hei Meier Volksmärch. aus Schwaben No. 79 Strauss. Die Hilfe, die der Held findet, wird in unserem Märchen damit motivirt, dass seine Helferin nicht wie sonst die Frau, Mutter oder Grossmutter des Unthiers, sondern eine von diesem entführte Frau ist, die er nachher befreit. Auch in dem mährischen Märchen bei Kulda, Moravske närodni pohadky No. 101 ist es ein vom Drachen geraubtes Mädchen, das sich von ihm befreien lässt, ebenso bei Bünker. In diesem Punkte berührt sich das Märchen mit dem unübersehbaren Kreise der Märchen von entführten und befreiten Prinzessinnen. Unter den Antworten des Vogels auf die ihm vorgelegten Fragen findet sich Uebereinstimmung in dem schweizerischen Märchen KHM No. 165, wo zur Heilung der kranken Tochter eines Schlossherrn einer Kröte ihr Nest genommen werden soll, das sie aus Haaren der Kranken gemacht hat. Ein kranker Prinz kommt auch bei Schneller, Märchen aus Wälsehtirol, No. 34 vor, eine Kröte oder ein Frosch, die beseitigt werden müssen, KHM No. 29 und Meier No. 79. Ein unfruchtbarer Baum wird Früchte tragen, wenn ein unter ihm vergrabener Schatz gehoben wird, bei Krauss No. 82 und Bünker. Auch bei Schneller No. 34 ist von einem solchen die Rede. Die Heilung der kranken Prinzessin, die in einem andern Märchenkreise die Hauptthat des Helden bildet, hat dazu geführt, von dort den Schluss zu entlehnen, dass er dafür das märchenübliche Honorar, die Hand der Prinzessin erhält, ohne Rücksicht darauf, dass er hier bereits verheirathet ist. Sehr naiv wird dieser unpassende Schluss nachträglich wieder corrigirt und ein neues Ende an den alten Anfang dadurch geknüpft, dass die Prinzessin stirbt, worauf sich der Held an den Auftrag seines Schwiegervaters erinnert. Der böse Schwiegervater stürzt, als der Schwiegersohn ihm die drei Federn bringt, tod't zusammen, wie im croatischen Märchen bei Krauss No. 82. Bilder und Zeichen auf jüdischen Denkmälern1). Abkürzungen. AJHE Anglo-Jewish Historical Exhibition. Katolog. Luxusausgabe Benguiat Adler - Casanowicz in Smithon. Instit. 1892. Berliner Berliner A., Gesch. d. Juden in Rom. Bodenschatz Bodenschatz Joh. Chr. G., Kirchl. Verfassung der heutigen Juden, Erlangen 1748. C. Strauss oder Strauss Collection de M. Strauss, Poissy 1878. Götz. Götzinger E., Reailexikon d. deutschen Altertümer. 2. Aufl., Leipz. 1885. Gold schm. eine Anzahl italienischer Ketubba’s, dem Verf. von Herrn S. Goldschmidt, Hamb. נ) Herr Oberrabbiner Dr. J. Löw, Szegedin, hat es unternommen, die gesamte Dekoration der dortigen neuerbauten Synagoge aus dem Bestände rein jüdischer Symbolik zu bestreiten. Ein Bericht soll in einem der nächsten Hefte folgen.