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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 2 (1902) Heft X · p. Seite 108

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
2 (1902) Heft X
Date
1902-01-01
Page
Seite 108 (sequence 29)
Language
German
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108 Dieses Märchen gehört zu den in verhältnismässig wenig von einander abweichenden Fassungen weit verbreiteten vom Zauberlehrling. Es findet sich in indischen, mongolischen und albanesischen Sammlungen, Bädier S. 122. in polnischen, Zbiör wiad. Bd. 16 Nr. 13, kleinruss. Ztschr. f. öst. Yolksk. 3, 877; 7, 97, südslav., Krauss II, Nr. 109, mährischen, Kulda II, Nr. 65, deutschen, KHM Nr. 68, Haltrich Nr. 14, Ztschr. d. Yer. f. Yolksk. 8, 421 ff. 6,322. 444, und italienischen, bei Strapparola, KHM (Reclam) III, 248. Unserem Märchen eigentümlich ist der Anfang, wo dem Vater vom Wunderrabbi die Wahl zwischen Reichtum und Kindersegen freigestellt wird, und die Bewirtung der Armen, bei der auch für Unterhaltung durch Zauberkunststücke gesorgt ist, die den Knaben für den Beruf eines Hexenmeisters begeistern. Zu der hier ganz ungerechtfertigten Weigerung des Zauberers, den Lehrling zu entlassen, wenn ihn sein Vater nicht unter der verwandelten Gestalt zu erkennen vermag, findet sich die Begründung im Grimm’schen Märchen, wo der Zauberer dies im Lehrvertrag ausdrücklich zur Bedingung macht, wogegen er auf das Lehrgeld verzichtet. Dagegen findet sich hier der Grund, weshalb er den Lehrling wieder in seine Gewalt zu bekommen sucht, in der bei der Entlassung eingegangenen Verpflichtung desselben, bei Leb- Zeiten des Hexenmeisters keinen Zauber zu treiben, die der Lehrling nicht einhält, indem er sich als Pferd verkaufen lässt. Die Verwandlungen im Kampfe zwischen Meister und Schüler, (welche Benfey, Panchatantra I, 411 veranlassen, dem Märchen buddhistischen Ursprung zuzuschreiben), sind in den einzelnen Märchen verschieden. Ziemlich regelmassig kehren nur die des Schülers in einen Ring wieder, den die Königstochter ansteckt, und dann in Körner, die der Zauberer als Hahn aufpickt, den der Schüler als Fuchs totbeisst. Ein bezeichnender Unterschied liegt in dem nüchterneren Schlüsse der jüdischen Fassung, wo der Held die Tochter seines Meisters heiratet und das Hexenmeistergeschäft fortsetzt, während er in den übrigen Märchen der Gemahl der Prinzessin wird. III. In a Schlot ot gelebt a Id, a Nogid1). Er ot varmekt2) Hajfer un Brajfer3), Felder un Welder, un Gold un Silber on a Mos. Er if gewen an Achfer4), flekt5) kejn Zdoke6) nit gebm, un amol flzndig bajn Tisch ot er gifokt: ״Wos ken mir der Ojberschter ton. Wein obrenen majne Hajfer, wein mir blajbm die Brajfer; wein obrenen majne Brajfer, wein blajbm majne Felder. Majne Felder ken er doch nit obrenen! Wet er zunemen7) majn Gelt, wet mir alf blajbm genuk. Wu ichT gejn wePn mir gebm, wu ichT gejn wet’n mir lajen. Der Ojberschter ken mir gornischt ton!“ Wi der ^Scbotn8) hot dos derhert, if er aruf afn Himl un derzejlt dem Ojberschtn. Ot der Ojberschter zu im gefokt; ״Alzding9) vun im wel ich afile’0) nit zunemen, ober em wel ich zunemen vun alzding.“ Un ejnmol Sumerzajt in a Frajtik ot fach der Nogid mejaschef gewejn11) zu gejn bodn in Tajch arajn inter’n Schlot. Er ,t fach ogegesn Ombajsn, Fisch un Flejsch un Zimes12), ot er genumen fajn Hemd mit a Lajlech mit Sejf un if fach awegegangn bodn.

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