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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 2 (1902) Heft X · p. Seite 88

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
2 (1902) Heft X
Date
1902-01-01
Page
Seite 88 (sequence 9)
Language
German
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88 5 als Rest. Ich zähle also von meiner Frage: Ist dieses Jahr usw. 5 Fragen weiter und bleibe bei der 1. Frage des nächsten Steines Jahalom stehen. Die 5. Antwort im 1. Teil des Jahalom unter den tesuböt lautet: ״Kein Regen und nichts zu essen.“ Nach dem Muster der ״Antispiritisten“ führt sich N. Eisenstadts Chesbon weda‘ath, Warschau 1892, als Anti-Losbuch ein, da ja der Schulchan arukh (Jore de‘a § 179) klipp und klar das Losorakel verwerfe. Dahingegen sei das Befragen der Schulkinder nach dem eben gelernten Schriftvers von den bedeutendsten Autoritäten (vgh Midr. r. zu Esth. III, 9 Chagiga 15a, Gittin 56% Chulin 95b, j. Sabb. VI u. s.) angewandt worden und nach den Jore de‘a 1. c. angeführton Decisoren ausdrücklich gestattet. Der Chathain Sofer (Mose Sofer in Pressburg) hat, wie schon Samuel (Chulin 95b) nach Aussage seines Sohnes nichts Wichtiges, wie etwa eine Ehe Vermittlung oder ein Geschäft, unternommen, ohne vorher in der Tora nachgeschlagen und aus der so gefundenen Stelle sich Rates erholt zu haben. Da nun aber nicht jeder imstande ist, selbst auf diesem Wege das biblische Orakel zu befragen, so kommt der Autor mit seinem Buche zu Hilfe. Er giebt auf einer Tabelle: Abraham, Isak, Jakob, Josef, Mose, Ahron, David nebst Schriftversen, welche auf diese Orakelkiinder andeutungsweise hinweisen sollen. Auf einer zweiten Tafel stehen dieselben Namen und unter einem jeden ein Schriftvers als Orakel. Will man nun erfahren, ob etwas wahr oder falsch ist, so nimmt man zwei bestimmte von den sieben in verschiedener Reihenfolge mit Zahlen zwischen 1 und 127 bedruckten Karten, welche dem Büchlein beigegeben sind, zieht die eine, und je nachdem die an ihrem Kopf stehende Zahl auf Abraham oder Isak verweist, holt man sich bei dem einen oder dem andern die Antwort. Auf ähnliche Weise erhält man mit Hilfe der übrigen Karten Auskunft auf die Fragen: ob etwas gut oder schlecht, und ob man etwas unternehmen oder unterlassen soll. Die Orakelverse sind: Prov. XII 19, Ps. CLXIV 8, Dt. I 14, Ex. XVIII 17, 2 Sam. VII 3, Gen. XVIII 25, Jes. LII 12. Ein anderes Losbuch Der gerimter treffer, jüd.-deutsch, von P. Treumann, Warschau 1895, (Abdruck: Lemberg 1896), gehört insofern hierher, als biblische Namen darin eine Rolle spielen. Man sucht zunächst unter den 100 gedruckten Fragen die seinige oder eine ähnliche und merkt sich die danebenstehende Nummer. Auf einen Kreis, der in 5 mit 1 bis 5 bezeichnete Felder geteilt ist, lässt man ein Waizenkorn oder eine Wachskugel fallen, addirt zu der Nummer der Frage die Zahl des getroffenen Kreissectors, und die Summe sucht man auf einer Tafel, welche rechts fortlaufende Ziffern von 2 bis 105, links daneben biblische und

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