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Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde · 1902-01-01 · 2 (1902) Heft X · page 8

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Journal
Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
Volume
1902
Issue
2 (1902) Heft X
Date
1902-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Die Fülleitung ist 1m wesentiienen Del anen aie gieicne. 7nr»ö/1ljof oinp . Warnnno־ *lip Sache ia nicht leicht zu nehmen. Die Fmleitung ist 1m vvesentiienen ^&e1 auen aie gieicne. Zunächst eine Warnung, die Sache ja nicht leicht zu nehmen. Der Anrufung des Orakels muss ein inbrünstiges Gebet voraufgehen. Man befrage das Buch nicht in bestimmter Frist mehrere Male über denselben Gegenstand, auch nicht über mehrere Gegenstände an einem und demselben Tage. Zu gewissen Zeiten, Tagen und Stunden ist das Orakel überhaupt zu meiden. Ein solches, und zwar ein noch heut hie und da gebrauchtes, Losbuch ist das ״sefer urim wethummim“ von M. L. Frommes, Czeraowitz 1863. Dieses Buch kündet sich als einen Ersatz für die verloren gegangenen Steine auf dem Brustschild des Hohenpriesfers an. Seine Entstehung verdankt es den 70 Weisen des Königs Ptolemäus. Schon zur Zeit des zweiten Tempels hat es die Urim und Thummin vertreten. Das Buch zerfällt in zwei Teile: die se’elöt (Fragen) und die tesuböt (Antworten). Die Fragen sind so geordnet, dass je sechs auf einen der zwölf Steine im hohenpriesterlichen Brustschild fallen. Die Namen der zwölf Stämme auf diesen Steinen sind, wie üblich (s. die Zeichnung bei Harkavy, Eesponson der'Gaonim 3), durch die Worte: Abraham, Jizchak, Jakob und sibte jesurun (die Stämme Jeschuruns= Israels) zu zweiundsiebzig Buchstaben ergänzt. In den tesuböt enthält nun jeder Edelstein sechs Teile, jeder Teil sieben Antworten. Das Verfahren ist ganz einfach. Wir suchen zunächst unter den Fragen im ersten Teil diejenige, welche unserem Gegenstände am nächsten kommt, und schlagen dann, nachdem wir mit aufgelegter Hand ein wirksamGebet nach Vorschrift darüber gesprochen, einen Pentateuch auf. Der erste Buchstabe auf der rechten Seite wird, als Zahl betrachtet, durch sieben dividiert. Nun beachten wir, dass rechts neben jeder ״Frage“ eine Ziffer steht. Beträgt nun der Rest, den wir bei unserem Divisionsexempel erhalten haben, etwa zwei, so zählen wir von unserer ״Frage“ zwei Fragen weiter. Die Frage, bei der wir Halt machen, führt uns ans Ziel. Der Stein, zu dem sie gehört, ist derselbe, auf welchem wir in den tesuböt die Antwort finden, und die Ziffer an ihrer rechten Seite sagt uns, welcher Teil dieses Steines sie enthält. Welche der sieben Antworten dieses Teiles zur gestellten Frage passt, bedeutet uns jene Differenz aus unserem Divisionsexempel, in unserem Falle ist also die zweite Antwort unser Orakelspruch. Ist nun die Zahl, die uns der Pentateuch angiebt, kleiner als sieben, so wird sie selbst wie jene Differenz benützt. Ein Beispiel. Die Frage: ״Ist dieses Jahr regnerisch oder warm?“ steht auf dem Stein Sappir an dritter Stelle. Der im Pentateuch gefundene Buchstabe sei 40 ,40 מ, durch 7 geteilt, ergiebt

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