Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 2 (1902) Heft X
- Date
- 1902-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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89 andere jüdische Namen aufweist, unter denen sich nummerierte Antworten auf jene Fragen gruppieren. In der Gruppe, welche mit dem der gefundenen Summe entsprechenden Namen überschrieben, sucht man die Zahl des Kreissectors und liest daneben die gesuchte Antwort. Die Fragen sind bestimmt ״fir umbewajbliche junge mentschen, fir junge witwen, fir kouflajte“ u. s. w. Am bekanntesten ist das dem Gaon Saadja zugeschriebene Losbuch (z. B. Lublin 1888). Es enthält: 1) 36 Fragen, 2) 12 Sternbilder, ein jedes Sternbild mit 3 Gesichtern (panim), d. h. mit 3 verschiedenen Hinweisen auf je einen von 3) 36 Königen aus der biblischen und nachbiblischen Geschichte. Von diesen beherrscht jeder eines von 4) 36 Säugetieren, und ein jedes Tier deutet auf einen von 5) 36 Vögeln hin. Jeder Vogel giebt 12 Antworten. Man sucht zunächst unter den gedruckten Fragen die seine, zeichnet dann 3 Reihen von Punkten (oder Strichen) und löscht von diesen 12 weg. Um die Zahl der Punkte, welche übrig bleiben, geht man auf der Tafel der Fragen von der seinigen abwärts. Die Stelle, bei welcher man so anlangt, weist auf ein Sternbild hin, das Sternbild auf einen König, der König auf ein Säugetier, das Tier auf einen Vogel, und diejenige Antwort ist die gesuchte, deren Nummer der Zahl der übrig gebliebenen Punkte gleichkommt. Von den einzelnen Büchern des Pentateuchs wird die Genesis (Anfg.) zum Schutz bei Gewittern aufgeschlagen. Der Leviticus wurde, wie wir sahen, den Knaben bei der Namengebung zu Häupten gelegt. Gewisse Materien, wie die in der Mezuza und der Tefillin enthaltenen Abschnitte, werden seit den ältesten Zeiten, mitunter auch von Christen, zu Amuleten verwandt. Andererseits haben christliche Gegenstände in den jüdischen Aberglauben Eingang gefunden, so, falls diese Lesung richtig ist (vgl. Blau 112): 'Iy)(70u im Pap. Paris, (vergl. Apostlg. 19, 13), die Mönchsregel SAT ORARE POTENter ET OPERAre Ratio TuA Sit in jüdischen Amuleten (M. V 59. 57), Evangelium, ״Bartholomäus“ (vgl. Barthalmion: Me'ila 17 b), Hoeus pocus (= Hoc est corpus meum: Güdemann 1. c. I 221, 334): M II 71, V 58. 75. Einzelne Schriftverse dienen im Original oder in Uebersetzung zur Besprechung von Wunden (Rasi zu Sanh. 101b, Jore defa 179 3), zur Verbannung des Dämons der Vergesslichkeit bei der Schuleinführung des Kindes (s. Berliner 1. c. 7 f.) usw.vAzulaj berichtet (Sem ha־gedolim s. v.) von einem handschriftl. Simmus ha־tora, welches nach dem Muster des unten behandelten Simmus thillim zu jeder Perasa die mantische Anwendbarkeit der einzelnen