Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen der Gesellschaft für Jüdische Volkskunde
- Volume
- 1902
- Issue
- 2 (1902) Heft X
- Date
- 1902-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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deutungen hier eine Stelle. Die Bücher der Könige, der Psalter nry/11 ny! . w a» »onli Ar» ו?"; ~v 1v> tv> 11/vilrrn 4־ deutungen hier eine!Stelle• Die Bücher der Könige, der Psalter oder das Hohelied prophezeien, im Traume gesehen, Frömmigkeit, Jesaja, Prov. oder Qoheleth: Weisheit, Jeremia, Jjob oder die Klagelieder: Heimsuchungen. Sieht man eine Torarolle bloss oder brennen, so gilt das als böses Omen, hingegen weissagt eine schön bekleidete einer Frau die Geburt eines Knaben (vgl. S. Almoli, Pithron chalomoth, Warsch. 1894 S.75.) Genannt werden Torarollen auch in dem alten Bärmuttersegen bei Güdemann, Gesch. d. Erziehüngsw. I 216: ״Bermuoter leg dich, mit solchen Worten beschwör’ ich dich mit neun Thoras und mit neun reinen Sefer Thoras“ usw. Der Pentateuch in Buchform dient als Losorakel. Hatte seit Mose wiederholt diese oder jene Person der biblischen Geschichte zur Entscheidung durch das Los seine Zuflucht genommen (vgl. Ezech. XXI 26), — waren doch nach dem Los sogar Ent- Scheidungen im Tempeldienste, getroffen worden —, so hielt man sich später trotz aller entgegenstehenden Verbote, besonders mit Hinweis auf die Verteilung des verheissenen Landes auf dem Wege der Verlosung und auf gewisse andere Stelle in der Schrift (vgl. Lev. XVI 17, 1 Chr. XXV 8, Neh X 35, Misnah Joma II 1—2 und MS. 1902 S. 292 ff.), zu Gleichem berechtigt. Sogar eine gewisse rituelle Bedeutung gewinnt das Losorakel, indem es in zweifelhaften Fällen zwischen den Anwärtern auf gottesdienstliche Obliegenheiten, wie den Vortrag des Qaddisgebetes oder die Benediction bei der Toraverlesung zu entscheiden hat. Man schlägt aufs Geratewohl einen Pentateuch auf, zählt auf der Seite rechts so viel Zeilen ab, als Personen in Frage stehen und prüft die Anfangsbuchstaben dieser Zeilen auf ihren Zahlenwert. Nach dem Verhältnis dieser Zahlenwerte ordnet sich die Reihenfolge. Dass ebenso auch die Hagiographen als Losorakel benützt wurden, bezeugt u. a. Jair Chajim Bacharach (bei Güdemann, Gesch. d. Erziehungsw. III 140). Ferner finden wir, wie bei Christen und Muhammedanern, auch bei Juden sog. Losbücher. Sie gehen aufsyr. Ursprung zurück (Serapeum 1864 S. 654). Sie werden dem Achitofel, dem Mephisto des jüdischen Mittelalters, andere, wie das Losbuch cod. Hamburg 251, den angeblichen Verfassern der Septuaginta, dem Gaon Saadja oder anderen Autoritäten, so (Rubin, Gesch. des Aber״ glaubens 126) R. Elieser, zugeschrieben (vgl. Steinschneider, Hebr. Bibliogr. VI 120ff, Die hebr. Ubers, des MA 528 und seinen Vortrag über den Aberglauben (Virchow-Holtzend.)1) Das Sefer parperutha dechakhimutha, jüdisch-deutsch, Czernowitz 1891 hat Josua Abraham b. Israel zum Verfasser. Uber andere s. unten.!) Für die in vielen Losbüchern angewandte Geomantie (vgl. Maimüni, Hilkhoth c Akkum XI, 6) findet sich ein Beispiel in Alcharisi’s Tachkemoni 22 (ed. Stern f. 35).